Demo vorm NPD-Hof in Eschede gegen rechtsextremes Erntefest

Samstag, 24. September 2022, um 14.00 Uhr.
Treffpunkt am Bahnhof in Eschede.


Anlass ist der Demo das sog. Reichserntefest. Immer am letzten Samstag im September „feiern" es Rechtsextreme auf dem NPD-Hof in Eschede. Unser Demonstrationszug beginnt um 14.00 Uhr am Bahnhof. Er führt uns zur Kreuzung "Zum Finkenberg / Am Dornbusch" auf der Hermannsburger Straße. Weiter geht’s auf dem Feldweg "Zum Finkenberg" bis zur NPD-Hofstelle. In Sicht- und Hörweite werden wir dort unseren Protest und Unmut äußern, wo er auch hingehört.

  • Anmelder und Leiter der Demo ist Dr. Matthias Richter-Steinke (DGB-Regionsgeschäftsführer)
  • Redner*innen sind u.a. Wilfried Manneke (Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus)


Schon seit Jahren finden auf dem NPD-Hof In Eschede Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als „Brauchtumsfeiern“. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Brauchtumsfeiern“ alles andere als harmlos.
 
Rechtsextreme sind der Überzeugung, dass sich das "Recht des Stärkeren" durchsetzen sollte. Ihrer Ideologie nach sind "schwache" Menschen weniger Wert. Ihre Idee stammt aus dem Tierreich, wo stärkere Tiere eher überleben. Diese Vorstellung auf Menschen zu übertragen, ist äußerst menschenverachtend. Im Grundgesetz steht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Jeder Mensch ist gleich viel wert. Es gibt keine "besseren, stärkeren" Menschen. Jeder Mensch ist ein ebenbürtiger Teil unserer Gesellschaft.
 
Die Rechtsextremen auf dem NPD-Hof in Eschede sind nicht die netten Jungs von nebenan. Sie gehören zum harten Kern der extremen Rechten in Norddeutschland. Deshalb protestieren wir auch jedes Mal, wenn Rechtsextreme dort zusammenkommen, vor allem gegen ihre menschenverachtende Ideologie.
 
Unsere Demonstrationen gegen die Treffen auf dem NPD-Hof werden von einer politisch breit aufgestellten, vielfältigen, aber entschlossenen Allianz getragen werden. Zu diesem breiten Spektrum gehören Gewerkschafter und Kirchenleute, Angehörige verschiedenster Parteien, Initiativgruppen gegen Rechtsextremismus, auch „Omas gegen Rechts“ und Leute aus dem „Bunten Haus“ Celle. Wir repräsentieren eine große Spannweite der Gesellschaft. Die Behauptung, gegen Rechts demonstrieren ja nur Linke, ist reine NPD-Propaganda. Die Rechtsextremen versuchen mit diesem Argument darüber hinwegzutäuschen, dass die überwiegende Mehrheit unserer Gesellschaft rechtsextremes Gedankengut entschieden ablehnt.

Ausstellung:

Todesopfer rechtsextremer Gewalt

Unsere neu erstellte Ausstellung „Todesopfer rechtsextremer Gewalt“ ist zum ersten Mal verliehen worden. Sie steht zurzeit in der Moschee in Hildesheim. Die Ausstellung wurde am 21. März (Internationaler Tag gegen Rassismus) dort eröffnet. Erbauer der Ausstellung ist Karl-Heinz Hufenbach, Gründungsmitglied des Netzwerkes Südheide gegen Rechtsextremismus.

 

Die Ausstellung enthält sechs Wände. Die Wände können als Seckseck oder auch einzeln aufgestellt werden. Die Amadeu Antonio Stiftung zählt seit der Wende (1990) 214 Todesopfer rechtsextremer Gewalt und 15 Verdachtsfälle. Allein zehn Opfer kommen aus Niedersachsen. Alle Opfer werden in der Ausstellung namentlich erwähnt und in jedem einzelnen Fall auch beschrieben, wie es zu der Tat gekommen ist.

 

Wer die Ausstellung ausleihen möchte, kann sich bei uns melden: info@netzwerk-südheide.de Wir erheben keine Ausleihgebühr, sondern bitte die Ausleiher*in um eine Spende. Die Ausstellung lässt sich in einem PKW transportieren.

 
Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland gibt es seit deren Gründung. Bis 1990 wurden sie staatlich nicht gesondert erfasst. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte rechtsextreme Tatmotive bei Tötungsdelikten erst seit 1990 als „Hasskriminalität“ gegen bestimmte Opfergruppen, etwa Ausländer, Behinderte, Homosexuelle, Obdachlose oder Spätaussiedler. Seit den rechtsextremen Mordanschlägen auf Asylbewerber und Türkeistämmige in Deutschland ab 1990 begannen Opferschutz-Initiativen die Zahlen dieser Angriffe und ihrer Opfer zu registrieren.

Seit Jahren beklagt die Amadeu Antonio Stiftung die große Diskrepanz der unterschiedlichen Zählweise von Todesopfern rechter Gewalt. Staatliche Behörden zählen anders als unabhängige Organisationen. Die Bundesregierung bewertet lediglich 106 Tötungsdelikte als rechts motiviert, während die Amadeu Antonio Stiftung auf eine weitaus höhere Zahl kommt, nämlich mindestens 214 Todesopfer seit dem Wendejahr 1990 und 15 weitere Verdachtsfälle.

Wir über uns

Das „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ ist im Landkreis Celle ansässig. Es ist ein bürgerschaftliches Bündnis und besteht aus 13 rein ehrenamtlichen, aktiven Mitgliedern und ca. 600 - 700 solidarisch erklärten Unterstützern. Wir sind kein Verein, weil wir uns unsere freie und unbürokratische Herangehensweise erhalten möchten. Das Netzwerk wurde 2009 von verschiedenen Einzelpersonen und Bündnispartnern gegründet. Anlass war die Besetzung des „Landhotels Gerhus“ in Faßberg durch Neonazis um den NPD-Bundesvize Jürgen Rieger.


Nachdem erfolgreich verhindert werden konnte, dass aus dem Landhotel in Faßberg ein Neonazi-Schulungszentrum wurde, ist es unser Ziel heute, die vielen, jährlich sich wiederholenden Neonazi-Treffen auf dem NPD-Hof in Eschede zu verhindern. Dort trifft sich bereits seit über 30 Jahren die norddeutsche Neo-Nazi-Elite, um Verbindungen zu festigen, Aktionen zu planen, sowie „rechte Erlebniswelten“ besonders für Jugendliche zu schaffen. Diese nach Außen harmlos wirkenden Veranstaltungen laufen unter dem Deckmantel „Brauchtumsveranstaltungen“. Die Sonnwendfeiern im Juni und Dezember, sowie die „Reichserntefeste“ im September dienen in Wahrheit dazu, traditionelle NS-Ideologie zu leben und zu verbreiten.

Mit unseren Demonstrationen und Protestaktionen wollen wir die Öffentlichkeit auf jedes dieser Treffen aufmerksam machen und drängen die Bürgerinnen und Bürger in unserer Region, sich mit den Themen Rassismus und  Rechtsextremismus auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Wir klären auf und fordern ein Ende dieser Treffen. Unsere Demonstrationen gestalten sich von Jahr zu Jahr aufwändiger und phantasievoller, um mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

Appell 

zu solidarischem Handeln und demokratischem Engagement

Stellungnahme der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ in Niedersachsen (IKDR) zu Corona-Protesten

In Anbetracht der seit Wochen anhaltenden Corona-Proteste ruft die Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ in Niedersachsen (IKDR) zu einem weiterhin verantwortungsbewussten Verhalten auf.
Damit verbunden sind der Dank für die bisher gelebte Solidarität sowie ein Appell zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und aktivem Einsatz für die Demokratie. 
 
Beeindruckend ist das hohe Engagement aller Mitarbeitenden im Gesundheitswesen, die zusammen mit der Rücksichtnahme der Bürger*innen viele Menschenleben gerettet haben. 
Die weitreichenden Einschränkungen im öffentlichen, beruflichen und privaten Leben wirken, da sie von der überaus großen Mehrheit der Gesellschaft getragen werden.
Wir teilen die Ängste vieler Menschen über die wirtschaftlichen Folgen der Krise und den Verlust des Arbeitsplatzes. Wir stehen an der Seite derjenigen, die Sorge um das Wohl ihrer Kinder haben. Unsere Verbundenheit gilt denen, die um ihre Gesundheit und ihr Leben fürchten.
Die Balance zwischen Beschränkung aus Verantwortung und Öffnung zur freien Entfaltung des Lebens muss immer wieder gesucht werden. Die Verantwortung für das Leben ist dabei der Kompass, der im Gebot der Nächstenliebe begründet ist.
 
Wir sind besorgt darüber, dass eine Gruppe von Menschen den Aspekt der Verantwortung außer Acht lässt und mit ihrem Verhalten im öffentlichen Raum das eigene Freiheitsbedürfnis über alles stellt. 
Wir wenden uns gegen jede Form von Verschwörungstheorien. Eindringlich warnen wir vor antidemokratischen und anderen fundamentalistischen Strömungen innerhalb der Corona-Protestszene.
Rechtsextreme organisieren in einer Reihe von Regionen die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen. Sie tragen ihre demokratiefeindlichen Symbole in den öffentlichen Raum. Es sind dieselben rechtsextremen, rechtspopulistischen und nationalistischen Gruppen, die schon beim Höhepunkt der Flüchtlingsdebatte aktiv waren. Ihr eigentliches Ziel aber ist es, den Staat und unsere Demokratie abzuschaffen.
 
Grundlagen allen Handelns einer aufgeklärten und demokratischen Gesellschaft sind aus unserer Sicht die Orientierung an der Vernunft und an wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie die gemeinschaftliche Suche nach verträglichen Lösungen. Gerade in einer Zeit, die uns viel zumutet, ist der gesellschaftliche Zusammenhalt von größter Bedeutung. Wir ermutigen dazu, in dieser solidarischen Haltung zu bleiben und gemeinsam friedlich für die Demokratie einzustehen.
 
Im Namen der Sprecher*innenrates der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ in Niedersachsen
 
Wilfried Manneke                 Antje Marklein
(Vorsitzender)                       (Stellvertretende Vorsitzende)

Update:

Delegation aus der Südheide überreicht "Offenen Brief" an Niedersachsens Innenminister

Herzlichen Dank an alle, die unsere Aktion unterstützt haben. Fast 41.000 Unterschriften haben wir erhalten. Neben der Online-Petition auf change.org/npd-zentrum-eschede waren in unserer Region auch Unterschriftenlisten im Umlauf.


Am 7. Juli 2021 haben wir Niedersachsens Innenminister Pistorius unseren offenen Brief mit fast 41.000 Unterschriften übergeben. Neben dem Minister waren bei der Übergabe auch mehrere Landtagsabgeordnete anwesend. Wir waren mit ungefähr vierzig Personen zur Übergabe aus der Südheide gekommen. Sie fand auf dem "Platz der Göttinger Sieben" am Niedersächsischen Landtag statt. Auch "Omas gegen Rechts" aus Hannover waren dabei.

Text des Offenen Briefes: Siehe unten "Button" !

Im Namen der drei Initiativen, die den Offenen Brief geschrieben und die Unterschriftenaktion durchgeführt haben, bedanke ich mich bei allen Unterstützer*innen sehr herzlich. Wilfried Manneke

  • Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus
  • Bündnis gegen Rechtsextremismus Eschede
  • Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus Celle


Links zu Presseberichten:

Celler Presse

Cellesche Zeitung

ZDF

NDR

NPD-Zentrum in Eschede schließen!

Offener Brief an den niedersächsischen Innenminster

Sehr geehrter Herr Minister Pistorius,

seit über 30 Jahren ist der Hof Nahtz in Eschede Zentrum verschiedenster rechtsextremistischer Kreise und Organisationen. Hier versammeln sich Neonazis aller Schattierungen, neonazistische Jugendorganisationen, junge und alte NPDler usw. Brauchtumsfeiern dienen der Stärkung der Szene nach innen. Kinder und Jugendliche werden früh auf das rechtsextremistische Gedankengut eingeschworen. Die Gewaltbereitschaft der Szene wird immer wieder deutlich, sei es durch erhebliche Waffenfunde bei Hausdurchsuchungen und aggressivem Auftreten gegenüber der Bevölkerung.

Schon seit Beginn des rechtsextremistischen Treibens ist der zivilgesellschaftliche Widerstand aktiv. Jede Veranstaltung der Rechtsextremisten ist von Protesten begleitet. Rat und Verwaltung der Gemeinde Eschede haben sich eindeutig positioniert.

2019 hat die NPD-Niedersachsen das Anwesen übernommen. In der Region wächst die Sorge, dass hier erneut ein Schulungszentrum für rechtsradikale Aktivitäten und Gesinnung entsteht. Das Neo-Nazizentrum „Hetendorf 13“ wurde 1998 vom damaligen Innenminister Glogowski wegen Verfassungswidrigkeit geschlossen.

Die Situation ist für die Menschen in Eschede und Umgebung unerträglich. Es muss gehandelt werden! Wir bitten Sie, Herr Minister, alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und auszuschöpfen. Unser Widerstand wird anhalten und wachsen bis zu einem Verbot der rechtsextremen Aktivitäten auf dem Hof. Das NPD-Zentrum in Eschede muss geschlossen werden!

Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus

Bündnis gegen Rechtsextremismus Eschede

Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus Celle