Wir über uns

Das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus ist ein bürgerliches Bündnis und besteht aus ca. 15 rein ehrenamtlichen, aktiven Mitgliedern und ca. 500 - 700 solidarisch erklärten „passiven“ Mitgliedern. Wir sind kein Verein weil wir uns unsere freie und unbürokratische Herangehensweise erhalten möchten. Das Netzwerk wurde 2009, nach der Besetzung des Landhotel Gerhus durch Neonazis um den Anwalt J. Rieger, von verschiedenen Einzelpersonen und Bündnispartnern gegründet.

Mit unseren Demonstrationen wollen wir die Öffentlichkeit auf möglichst alle Nazi-Aktivitäten im Landkreis aufmerksam machen und die Bürger der Region und des Landkreises drängen, sich mit den Themen Rassismus und  Rechtsextremismus auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Wir klären auf und fordern ein Ende solcher Treffen. Unsere Demonstrationen gestalten sich von Jahr zu Jahr aufwändiger und fantasievoller um mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

Gegen das Vergessen

Gedenken an Peter Deutschmann

am 10. August 2020 vor der Kirche in Eschede.


Am Montag, dem 10. August 2020, findet um 18.00 Uhr, an der Evangelischen Johanniskirche, Osterstraße, 29348 Eschede, eine Gedenkveranstaltung für Peter Deutschmann statt. Die Veranstaltung wird gestaltet von denen im "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ verbündeten Gruppen.

Am 9.8.1999 wurde Peter Deutschmann von zwei Neonazis in seiner Wohnung überfallen und so misshandelt, dass er am nächsten Tag an den Folgen verstarb. Das Landgericht Lüneburg verurteilte beide Täter wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu einer fünfjährigen Jugendstrafe.

Diese schreckliche Tat fand vor 21 Jahren statt. Wir wollen am 10. August 2020, um 18.00 Uhr, an Peter Deutschmann gedenken. Gleichzeitig wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Neonazis immer noch Menschen bedrohen, verprügeln und töten. Seit der Wiedervereinigung 1990 wurden nach Angaben der Amadeu Antonio Stiftung in Deutschland 208 Menschen von Rechtsextremen umgebracht. Es gibt 13 weitere Verdachtsfälle. Die Opfer waren hauptsächlich Migranten, Obdachlose und politisch Andersdenkende. Sie wurden von Schlägern der extremen Rechten zu Tode geprügelt, erschlagen oder verbrannt. Das NSU-Trio hat zehn Menschen regelrecht hingerichtet. Hingerichtet wurde im Juni letzten Jahres auch Regierungspräsident Walter Lübcke aus Kassel. Auch der der Schock nach dem Terroranschlag in Halle sitzt immer noch tief. Am 9. Oktober hat ein Rechtsterrorist versucht, schwer bewaffnet in die Synagoge einzudringen. Als sein Plan misslang, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Imbiss.

  • Wir fordern, dass Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus als wirkliche Probleme erkannt und nicht kleingeredet werden.
  • Wir erwarten, dass Bürgerinnen und Bürger deutlich hinschauen, wenn sich menschenverachtendes Reden und Handeln breitmacht.
  • Wir alle sind aufgerufen, klare Kante zu zeigen, wenn Menschen in Worten oder Taten diskriminiert, herabgewürdigt oder bedroht werden.

Demonstration

gegen Rechtsextremismus

Eschede: Samstag, 26. September 2020

13.00 Uhr:  Treffpunkt am Bahnhof in Eschede

14.00 Uhr:  Kundgebung an der L 281, "Am Dornbusch / Zum Finkenberg"

15.00 Uhr:  Hauptkundgebung direkt vor dem NPD-Hof Nahtz in Eschede


Immer wieder finden auf dem Hof des NPD-Aktivisten Joachim Nahtz in Eschede Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben schon eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als Brauchtumsfeiern. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Sonnenwendfeiern“ alles anderes als harmlos. Deshalb protestieren wir auch vehement gegen diese Treffen.

Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen.