Wir trauern um Klaus Jordan

Liebe Freunde,

liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter!


Wir, das „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ trauern um Klaus Jordan. Unser Weggefährte und Mitstreiter verstarb am 21. Februar 2020 nach kurzer, heftiger Krankheit, plötzlich und vollkommen unerwartet. Wir haben mit Klaus Jordan einen  tragenden 

Verbündeten verloren. 


Seit seiner Jugend in den 60er Jahren hatte Klaus sich konsequent gegen die immer noch vorherrschende Geschichtsvergessenheit und revanchistisch eingestellte Mehrheitsgesellschaft gestellt und die Auseinandersetzung mit ihr gesucht. Seitdem trat er vehement und kompromisslos dem Rechtsextremismus entgegen. Klaus Jordan war ein durch und durch politischer Mensch und Intellektueller. Nach dem Abschluss seines Studiums der Germanistik und Politologie an der Freien Universität Bremen, die er 1971 mit gegründet hat, verabschiedete er sich 1981 endgültig  aus dem akademischen Leben, um die Idee eines alternativen und selbstverwalteten Projekts und der damit verbundenen Lebensform praktisch umzusetzen. Auf dem Gutshof in Oberohe bei Faßberg wurde diese Idee in Form eines alternativen Gästebetriebes über viele Jahrzehnte entwickelt und gelebt. Hier lebte er mit vielen Menschen und seiner Familie, mit Monika und Lasse Jordan zusammen.


2009 initiierten Klaus Jordan und seine Lebensgefährtin, die Künstlerin Anna Jander, die Mahnwache Gerhus vor dem Landhotel in Gerdehaus bei Faßberg, welches von Nazis besetzt und zu einem rechtsextremen Schulungszentrum umgebaut werden sollte. Nach den erfolgreichen Protesten begründeten die beiden das bürgerschaftliche „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ mit und unterstützten es bis heute. Klaus Jordan war Autor und hat auch für unser Netzwerk viele Reden und Pressetexte verfasst und uns nach außen vertreten. Seine Reden bleiben unvergessen, immer emphatisch, immer punktgenau und provokant. Klaus Jordan hat mit voller Überzeugung als Antifaschist gelebt.


Klaus, wir danken Dir und wir trauern um Dich. Im Engagement gegen Rechtsextremismus bist Du uns ein großes Vorbild. Wir haben mit Dir einen lieben Freund und entschiedenen Mitstreiter verloren, den wir schon jetzt vermissen. Du wirst uns immer in Erinnerung bleiben. In Gedanken sind wir auch bei Anna und Klaus´ Sohn Lasse, Katharina und ihren Kindern, sowie Monika Jordan.


Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus

Sprecher*innenrat


info@netzwerk-südheide.de

Wir über uns

Das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus ist ein bürgerliches Bündnis und besteht aus ca. 15 rein ehrenamtlichen, aktiven Mitgliedern und ca. 500 - 700 solidarisch erklärten „passiven“ Mitgliedern. Wir sind kein Verein weil wir uns unsere freie und unbürokratische Herangehensweise erhalten möchten. Das Netzwerk wurde 2009, nach der Besetzung des Landhotel Gerhus durch Neonazis um den Anwalt J. Rieger, von verschiedenen Einzelpersonen und Bündnispartnern gegründet.

Mit unseren Demonstrationen wollen wir die Öffentlichkeit auf möglichst alle Nazi-Aktivitäten im Landkreis aufmerksam machen und die Bürger der Region und des Landkreises drängen, sich mit den Themen Rassismus und  Rechtsextremismus auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Wir klären auf und fordern ein Ende solcher Treffen. Unsere Demonstrationen gestalten sich von Jahr zu Jahr aufwändiger und fantasievoller um mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

Haltung zeigen gegen rechte Gewalt und Antisemitismus

Benefizkonzert am 5. März, um 19.30, in der Marktkirche Hannover

Zu Gunsten des "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" und MOBIT Mobile Beratung Thüringen - Für Demokratie gegen Rechtsextremismus.

Der Politiker Walter Lübcke wird ermordet, weil er für Flüchtlinge einsteht. In Halle wird eine Synagoge angegriffen. Journalisten und Politiker werden von Nazis bedroht....  Die Gewalt und der Hass gegen Menschen und die Bedrohung unserer Demokratie nehmen zu.

Die Marktkirche zeigt Haltung und veranstaltet gemeinsam mit dem Norddeutschen Figuralchor unter Jörg Straube und dem Mendelsohn Oktett Hannover ein Benefizkonzert, dessen Einnahmen an zwei Vereine in Ost und West gehen, die sich dieser Gewalt vor Ort entgegen stellen.

Unterstützt wird das Konzert von Bündnispartnern aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft wie der Kirche für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Omas gegen Rechts, dem niedersächsischen Flüchtlingsrat, dem Miso Netzwerk, Mobile Beratung Niedersachsen, dem Netzwerk Südheide, Bunt statt Braun, dem Friedensbüro Hannover, Seebrücke, Nachbarschaftshilfe Hannover Mitte und anderen.

Als Redner haben zugesagt:

  • Dr. Werner Hennig, CDU, Landrat des Eichsfeldes,
  • Romy Arnold, mobile Beratung Thüringen
  • Wilfried Manneke, Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus.

 

Programm:

James Mac Millan: O bone Jesu
Herbert Howells: Requiem
Norddeutscher Figuralchor

Mendelsohn: Oktett für Streicher    
Allegro molto e vivace, Andante, Scherzo (Allegro leggierissimo), Molto Allegro e Vivace
Mendelsohn Oktett Hannover
 
Mendelssohn: Verleih uns Frieden
Norddeutscher Figuralchor und Mendelsohn Oktett Hannover

Goethes Walpurgisnachtszene aus dem ersten Teil des Faust diente dem sechzehnjährigen Mendelssohn als Motto für das luftige Scherzo seines Oktetts. Mit 16 Jahren schrieb Felix Mendelssohn-Bartholdy ein Oktett für 8 Streichinstrumente, welches er seinem Freund und (erst 23 Jahre jungem) Geigenlehrer Eduard Ritz als Geburtstagsgeschenk widmete. Die erste Violine dominiert mit eleganter Virtuosität, man wird tatsächlich in die Welt der Walpurgisnacht und Shakespeares Sommernachtstraum versetzt. Das Oktett spielt auf Instrumenten, die denen der Mendelssohnzeit entsprechen in 430 Hz.

Mahnwache

gegen braune Sonnwendfeier in Eschede


  • Samstag, 20. Juni 2020, 14.00 Uhr.
  • Treffpunkt an der L 281, Kreuzung "Am Dornbusch / Zum Finkenberg"


Immer wieder finden auf dem NPD-Hof in Eschede Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben schon eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als Brauchtumsfeiern. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Sonnenwendfeiern“ alles anderes als harmlos. Deshalb protestieren wir auch vehement gegen diese Treffen.

Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen.

Logo: Kampagne "Kein Ort für Neonazis" der Amadeu Antonio Stiftung.