Mahnwache am 8. Mai 2026, ab 16.30 Uhr, vorm Bahnhof in Eschede.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus (BGR Eschede) lädt am 8. Mai 2026, um 16:30 Uhr, zu einer Mahnwache auf dem Bahnhofsvorplatz in Eschede ein. Anlass ist der Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus sowie die Kapitulation der Wehrmacht im Jahr 1945. Der 8. Mai steht damit als historisches Datum für das Ende von Diktatur, Terror und Krieg in Europa und ist zugleich ein Tag des Gedenkens und der Mahnung.


In Eschede erhält dieses Gedenken eine besondere lokale Bedeutung. Die jüngste Nutzungsuntersagung eines Treffpunkts der Partei „Die Heimat“ setzt ein deutliches Zeichen gegen rechtsextreme Strukturen vor Ort. Das Bündnis sieht darin einen wichtigen Schritt, demokratische Werte zu schützen und menschenfeindlichen Ideologien entgegenzutreten.


Die Mahnwache soll Raum bieten für gemeinsames Erinnern, für stille Reflexion sowie für klare Positionierung für Demokratie und Vielfalt. Geplant sind Redebeiträge sowie musikalische Beiträge in angemessenem Rahmen.


Das Bündnis gegen Rechtsextremismus lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, an der Mahnwache teilzunehmen und ein gemeinsames Zeichen für eine offene und demokratische Gesellschaft zu setzen.


Sascha Alius

Bündnis gegen Rechtsextremismus (BGR Eschede)


Wilfried Manneke
Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus

Landkreis Celle untersagt Nutzung von rechtsextremem "Heimathof"

Der Landkreis Celle hat die Nutzung des von der rechtsextremen Partei "Die Heimat" betriebenen Hofes in Eschede als Schulungs- und Veranstaltungsstätte verboten. Auf Grundlage der Niedersächsischen Bauordnung sei diese Nutzung ab sofort untersagt, weil keine erforderliche Baugenehmigung vorliege, teilt der Landkreis mit. „Die baulichen Anlagen auf dem betreffenden Grundstück wurden ohne Genehmigung für Veranstaltungen und Schulungen hergerichtet und genutzt."

Der sogenannte „Heimathof“ ist seit mindestens 1992 ein Treffpunkt rechtsextremer Organisationen. Dort kommen Neonazis unter anderem zu sogenannten Ernte- und Sonnwendfeiern zusammen. Der Landesverband der Partei NPD (heute: Die Heimat) Niedersachsen hat das Anwesen 2019 von seinem Mitglied Joachim Nahtz gekauft.

Aufgrund eines besonderen öffentlichen Interesses hat der Landkreis zudem die sofortige Vollziehung der Nutzungsuntersagung angeordnet, wie es hieß. Dies bedeute, dass ein möglicher Widerspruch gegen die Verfügung keine aufschiebende Wirkung hat. Zudem sei die Beseitigung einzelner baulicher Anlagen angeordnet worden. Gegen die Entscheidungen können Rechtsmittel seitens des Eigentümers eingelegt werden.

Unser „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ und andere Initiativen gegen Rechtsextremismus in der Region demonstrieren  bereits seit 2008 gegen die rechtsextremen Treffen auf dem Hof. Wir fordern seit Jahren seine Schließung.

Wir sind erfreut über den Beschluss des Landkreises Celle. Er ist auch überfällig. Eine für den 21. Juni geplante Demonstration, die sich ursprünglich gegen eine „Sonnwendfeier“ auf dem Hof richten sollte, fand trotz der neuen Verfügung statt.

Trotz der Meldung vom Landkreis können wir noch nicht komplett entwarnen. Eine Person aus dem rechtsextremen Umfeld ist nämlich auf den Hof gezogen. Somit stellt sich die Frage, ob das Verbot auch für private Veranstaltungen gilt. Der frühere Besitzer des Hofes, der NPD-Aktivist Joachim Nahtz, hat früher die Sonnwendfeiern oft als „Geburtstagsfeiern“ deklariert.

Vielleicht ist das die neue Taktik der Partei „Die Heimat“. Jemand wohnt fest auf dem Hof und lädt „privat“ ein. So könnten die Nazitreffen weiter auf dem Hof stattfinden, getarnt als Familienfeiern, Gartenpartys, Sommerfeste etc.

Wilfried Manneke