Hinweise für die Anfahrt

Die Demo gegen den AFD-Landesparteitag Niedersachsens am 20. April 2024 in Unterlüß findet von 11.00 - 14.00 Uhr statt. Ort der Demo: Kreuzung Hermannsburger Straße / Waldstraße in Unterlüß


  • Anfahrt mit Bahn: Unterlüß ist gut mit dem Zug (Metronom) zu erreichen. Stündlich hält der Metronom aus Richtung Göttingen um ca. "zwanzig nach" in Unterlüß. Ebenfalls stündlich hält ein Metronom aus Richtung Hamburg "um halb" in Unterlüß.
  • Anfahrt mit PKW: Wer zur Demo mit dem PKW kommt, fährt am besten über Hermannsburg, Faßberg oder Dreilingen nach Unterlüß. Die Zufahrt über Weyhausen an der B191 (Gemeinde Eschede) in Richtung Unterlüß ist gesperrt. In Unterlüß können PKWs auf dem Dorfplatz (Müdener Straße 54) parken.
  • Anfahrt mit Reisebus: Es haben sich bei uns Gruppen gemeldet, die mit großen Reisebussen anreisen werden. Auch Reisebusse fahren am besten über Hermannsburg, Faßberg oder Dreilingen nach Unterlüß. Die Zufahrt über Weyhausen (B191) ist gesperrt. Reisebusse dürfen ihre Fahrgäste am Netto-Supermarkt (Müdener Straße 1B) in Unterlüß absetzen, müssen dann aber zum Allwetterbad (Altenstothriethweg 82) fahren, um dort zu parken.
  • Sonderfahrten mit Cebus ab Hermannsburg: Ein kostenloser Shuttle Service mit einem großen Gelenkbus (Cebus) beginnt um 9.30 Uhr an der "Haltestelle Sägenförth“ in der Lotharstraße. Cebus fährt so oft nach Unterlüss, bis alle Fahrgäste mitgenommen worden sind. Cebus braucht ungefähr vierzig Minuten für eine Tour. Die Rückfahrten von Unterlüß nach Hermannsburg beginnen um 13.30 Uhr. Die Kosten für die Cebus-Fahrten übernimmt die Petitionsplattform „Campact".
  • Shuttle Service ab Faßberg: Der Bürgerbus fährt ab 9.30 Uhr vom Faßberger Rathaus im Pendelverkehr nach Unterlüß. Die letzte Rückfahrt nach Faßberg ist um 15.30 Uhr. Der Fahrer bittet um ein Spende.


Nähere Infos und eine Übersichtskarte, erstellt von Jonas Rathgeber. Siehe folgenden Link!

https://suedheide.info/2024/04/12/infos-zur-anreise-zu-noafd-in-unterluess-am-20-04-2024/

Aufruf zur Demo gegen
den AFD-Landesparteitag

Sonnabend, 20. April 2024, 11.00 - 14.00 Uhr, Demo vor dem Bürgerhaus in Unterlüß, Hermannsburger Straße.

Die niedersächsische AfD hält ihren Landesparteitag vom 19.-21. April 2024 in Unterlüß. Unterlüß wird für die AFD jedoch kein ruhiges Refugium. Wir stehen für ein freies, demokratisches Miteinander und werden den Parteitag nicht unwidersprochen hinnehmen. Die Heide ist bunt. Die Menschen, die hier leben, stehen mehrheitlich für Solidarität und Vielfalt.

 

Die im Kern faschistische AFD verbreitet anhaltend und offen nationalistische und rassistische Hetze. Islamfeindlichkeit und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sind nicht nur taktisches Mittel dieser menschenverachtenden Politik. Nein, sie sind ihre DNA. Sie relativiert die Verbrechen des Faschismus und deutet die Erinnerungskultur um.

 

Bei der AFD ist der Klimawandel nicht menschengemacht, sondern „der Lauf der Dinge“. Gleichzeitig führt die Partei einen Kampf gegen die Freiheit von Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie spaltet die Gesellschaft, bekämpft die Gleichberechtigung, befeuert Hass und Hetze. Sie propagiert ein sexistisches Frauenbild und stellt sich gegen Geschlechtervielfalt. Die AFD will ein „Europa der Vaterländer" und meint dabei nationalistische Abgrenzung.

 

Die AFD wählte mit Unterlüß, einen Ort, der historische Bedeutung hat. Hier befand sich eines der drei Außenlager des früheren KZ Bergen-Belsen. Frauen mussten Zwangsarbeit für die Rüstungsindustrie leisten. Hunderte starben aufgrund unzureichender Ernährung und völliger Erschöpfung. Datum und Ort sollten uns an die grausame Bedeutung des Faschismus und den hohen Wert unserer Demokratie erinnern, und nicht Schauplatz für menschenverachtende Äußerungen sein.

 

All das macht uns wütend. Und wir werden keine Welt von gestern zulassen. Wir wollen eine Gesellschaft, in der unsere Kinder, Familie und Kolleg*innen freiheitlich leben und aufwachsen können. In die Zukunft gerichtet mit Ideen für ein gemeinsames Miteinander, auch morgen!

 

Die AFD hat im freiheitlich demokratischen Deutschland keine Existenzberechtigung! Es ist unsere demokratische Pflicht, der menschenfeindlichen Propaganda der AD entschieden entgegenzutreten.

 

Wir, die unterzeichnenden Organisationen, Verbände, Parteien und Vereine (Siehe Liste auf www.solidarisches-celle.de) rufen alle demokratischen Kräfte auf, sich gemeinsam offen und sichtbar gegen jede Form des antidemokratischen, antisemitischen, rassistischen, sexistischen und völkischen Gedankenguts einzusetzen. Wir lassen nicht zu, dass die AFD unwidersprochen einen symbolträchtigen Landesparteitag in Unterlüß abhält. Wir fordern alle Parlamentarier*innen in den umliegenden Kommunen, in Stadt und Landkreis, in Niedersachsen und darüber hinaus auf, sich gegen den Landesparteitag der AfD Niedersachsen und seine Inhalte auszusprechen.

 

Mit unserer Kundgebung am 20. April 2024 setzen wir ein klares Zeichen für unsere demokratisch-freiheitliche Grundordnung. Kein Fußbreit den Faschisten!

Verantwortlich für die Demo sind das Bündnis „Solidarisches Celle“ und das "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“.

 

Unsere Demonstration gegen AFD-Landesparteitag in Unterlüß wird von einer politisch breit aufgestellten, vielfältigen, aber entschlossenen Allianz getragen. Zu diesem breiten Spektrum gehören Gewerkschafter und Kirchenleute, Angehörige verschiedenster Parteien, die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, auch die jüdische Gemeinde Celle, Aktionsgruppen gegen Rechtsextremismus und viele weitere Gruppierungen. Insgesamt sind es 33 Organisationen, Verbände, Parteien und Vereine, die sich im Bündnis „Solidarisches Celle“ zusammengeschlossen haben. Die komplette Liste finden Sie auf der Internetseite:

www.solidarisches-celle.de

Schweigende Mehrheit muss sich gegen Rechtsextreme erheben

Von Martina Schwager

Celle. Der Theologe Wilfried Manneke hat die Bürger und die Kirchen in Deutschland aufgefordert, sich deutlicher gegen Rechtsextremismus zu positionieren. Vor dem Hintergrund eines geheimen Treffens Rechtsextremer in Potsdam unter Beteiligung der AfD sei es „höchste Zeit, dass die schweigende Mehrheit sich erhebt“, sagt der Pastor und Vorsitzende der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ Niedersachsen. 23 Jahre lang war der gebürtige Delmenhorster als Gemeindepfarrer der Friedenskirche in Unterlüß bei Celle tätig.

Die AfD zeige zunehmend ihr wahres Gesicht und werde der rechtsextremen NPD immer ähnlicher. „Jetzt müssen die Alarmglocken läuten. Alle, denen die Demokratie etwas wert ist, müssen das Wort ergreifen, unter Umständen sogar Demonstrationen organisieren und auf die Straße gehen.“ Auch die Bischöfinnen und Bischöfe sollten ihre Stimme erheben und eindeutig Stellung beziehen, verlangt Manneke.

Jeder könne Leserbriefe schreiben oder sich sonst öffentlich äußern. Ebenso wichtig sei jedoch der Widerspruch gegen rechte Parolen im eigenen privaten Umfeld. Wie das gelingen kann, erklärt der Pastor seit Jahren in seinen Workshops für eine Gesprächsführung mit Menschen, die einer rechten Ideologie anhängen.

Das Recherchenetzwerk Correctiv hat kürzlich einen Bericht über ein Treffen von hochrangigen AfD-Politikern, Neonazis und Unternehmern veröffentlicht, bei dem Pläne zur Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland besprochen worden sein sollen. Demnach sollten nicht nur Menschen ohne deutschen Pass das Land verlassen müssen, sondern auch deutsche Staatsbürger mit internationalen Wurzeln.


Manneke betont, er habe den Eindruck, dass die meisten Menschen die Entwicklung als eine Zeiterscheinung betrachteten, die wieder vorbeigehe. Das sei gefährlich. Gerade mit Blick auf die in diesem Jahr anstehenden zahlreichen Wahlen in einigen Bundesländern, aber auch in vielen europäischen Staaten „können wir uns nicht länger bequem zurücklehnen“. Die AfD erhalte immer mehr Zuspruch. Er sei erschrocken, wie vielen Menschen die Demokratie offenbar egal zu sein scheine.

Wenn im März die ehrenamtlichen Kirchenvorstände oder Gemeindekirchenräte neu gewählt werden, ist auch dabei eine klare Haltung gefragt. „Christen können sich nicht neutral verhalten, wenn Menschen ausgegrenzt, verachtet, verfolgt oder Opfer brutaler Gewalt werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Initiative „Kirche für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“, die auf Mannekes Website manneke.wir-e.de nachzulesen ist.

Die AfD nutze die Unzufriedenheit vieler mit der Regierungspolitik aus und hetze gegen Politiker der Ampelkoalition, sagt der Träger des Paul-Spiegel-Preises für Zivilcourage. Die Partei präsentiere aber selbst nie Lösungen für die bestehenden Probleme. Wer Äußerungen von AfD-Politikern analysiere, komme schnell zu dem Schluss, dass viele eindeutig rechtsextrem, hetzerisch gegenüber Ausländern und gegen den demokratischen Staat gerichtet seien. Seiner Ansicht nach müsse die AfD verboten werden.

Manche Menschen mit Migrationshintergrund hätten mittlerweile Angst vor einer weiteren Eskalation und überlegten, Deutschland zu verlassen. „Einige sitzen schon auf gepackten Koffern.“ Dagegen müsse gerade die Kirche etwas unternehmen. Sie habe aus der Bibel heraus eine besondere Verantwortung gegenüber Geflüchteten.     EZ/epd

Wir über uns

Das „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ ist im Landkreis Celle ansässig. Es ist ein bürgerschaftliches Bündnis und besteht aus 13 rein ehrenamtlichen, aktiven Mitgliedern und ca. 600 - 700 solidarisch erklärten Unterstützern. Wir sind kein Verein, weil wir uns unsere freie und unbürokratische Herangehensweise erhalten möchten. Das Netzwerk wurde 2009 von verschiedenen Einzelpersonen und Bündnispartnern gegründet. Anlass war die Besetzung des „Landhotels Gerhus“ in Faßberg durch Neonazis um den NPD-Bundesvize Jürgen Rieger.


Nachdem erfolgreich verhindert werden konnte, dass aus dem Landhotel in Faßberg ein Neonazi-Schulungszentrum wurde, ist es unser Ziel heute, die vielen, jährlich sich wiederholenden Neonazi-Treffen auf dem NPD-Hof in Eschede zu verhindern. Dort trifft sich bereits seit über 30 Jahren die norddeutsche Neo-Nazi-Elite, um Verbindungen zu festigen, Aktionen zu planen, sowie „rechte Erlebniswelten“ besonders für Jugendliche zu schaffen. Diese nach Außen harmlos wirkenden Veranstaltungen laufen unter dem Deckmantel „Brauchtumsveranstaltungen“. Die Sonnwendfeiern im Juni und Dezember, sowie die „Reichserntefeste“ im September dienen in Wahrheit dazu, traditionelle NS-Ideologie zu leben und zu verbreiten.

Mit unseren Demonstrationen und Protestaktionen wollen wir die Öffentlichkeit auf jedes dieser Treffen aufmerksam machen und drängen die Bürgerinnen und Bürger in unserer Region, sich mit den Themen Rassismus und  Rechtsextremismus auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Wir klären auf und fordern ein Ende dieser Treffen. Unsere Demonstrationen gestalten sich von Jahr zu Jahr aufwändiger und phantasievoller, um mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

Delegation aus der Südheide
überreicht "Offenen Brief" an
Niedersachsens Innenminister

7. Juli 2021


Herzlichen Dank an alle, die unsere Aktion unterstützt haben. Fast 41.000 Unterschriften haben wir erhalten. Neben der Online-Petition auf change.org/npd-zentrum-eschede waren in unserer Region auch Unterschriftenlisten im Umlauf.


Am 7. Juli 2021 haben wir Niedersachsens Innenminister Pistorius unseren offenen Brief mit fast 41.000 Unterschriften übergeben. Neben dem Minister waren bei der Übergabe auch mehrere Landtagsabgeordnete anwesend. Wir waren mit ungefähr vierzig Personen zur Übergabe aus der Südheide gekommen. Sie fand auf dem "Platz der Göttinger Sieben" am Niedersächsischen Landtag statt. Auch "Omas gegen Rechts" aus Hannover waren dabei.

Im Namen der drei Initiativen, die den Offenen Brief geschrieben und die Unterschriftenaktion durchgeführt haben, bedanke ich mich bei allen Unterstützer*innen sehr herzlich.

Offener Brief
an Innenminister

Sehr geehrter Herr Minister Pistorius,

seit über 30 Jahren ist der Hof Nahtz in Eschede Zentrum verschiedenster rechtsextremistischer Kreise und Organisationen. Hier versammeln sich Neonazis aller Schattierungen, neonazistische Jugendorganisationen, junge und alte NPDler usw. Brauchtumsfeiern dienen der Stärkung der Szene nach innen. Kinder und Jugendliche werden früh auf das rechtsextremistische Gedankengut eingeschworen. Die Gewaltbereitschaft der Szene wird immer wieder deutlich, sei es durch erhebliche Waffenfunde bei Hausdurchsuchungen und aggressivem Auftreten gegenüber der Bevölkerung.


Schon seit Beginn des rechtsextremistischen Treibens ist der zivilgesellschaftliche Widerstand aktiv. Jede Veranstaltung der Rechtsextremisten ist von Protesten begleitet. Rat und Verwaltung der Gemeinde Eschede haben sich eindeutig positioniert.

2019 hat die NPD-Niedersachsen das Anwesen übernommen. In der Region wächst die Sorge, dass hier erneut ein Schulungszentrum für rechtsradikale Aktivitäten und Gesinnung entsteht. Das Neo-Nazizentrum „Hetendorf 13“ wurde 1998 vom damaligen Innenminister Glogowski wegen Verfassungswidrigkeit geschlossen.

Die Situation ist für die Menschen in Eschede und Umgebung unerträglich. Es muss gehandelt werden! Wir bitten Sie, Herr Minister, alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen und auszuschöpfen. Unser Widerstand wird anhalten und wachsen bis zu einem Verbot der rechtsextremen Aktivitäten auf dem Hof. Das NPD-Zentrum in Eschede muss geschlossen werden!

  • Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus
  • Bündnis gegen Rechtsextremismus Eschede
  • Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus Celle

Links zu Presseberichten:

Celler Presse
Cellesche Zeitung