Antisemitismus heute -

Erfahrungen, Einordnung und Anfragen an die Evangelische Kirche

  • Freitag, 7. Februar 2020, 14.30 Uhr
  • Haus kirchlicher Dienste, Archivstraße 3, 30169 Hannover


Herzliche Einladung zur Teilnahme an der 9. Vollversammlung der
Initiative ´Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus´
in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
(IKDR)

Öffentlicher Teil:
14:30 h Eröffnung und Andacht durch den SprecherInnenrat
14.50 h Vorträge und Aussprache zum Thema: Antisemitismus heute - Erfahrungen, Einordnung und Anfragen an die Evangelische Kirche.

1. Referent: Konstantin B. Seidler

Er ist Dipl. Sozialwissenschaftler und seit über 10 Jahren Referent für politische Bildung mit dem Schwerpunkt „Antisemitismus damals und heute“ sowie Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover. Er ist aktives Mitglied der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover und engagiert sich hier besonders im inter-religiösen und inter-kulturellen Dialog sowie im Bereich der Empowerment-Arbeit für junge jüdische Erwachsene. Der Vortrag zeigt auf, wie heutiges jüdisches Leben in Deutschland aussieht und mit welchen Erfahrungen Jüdinnen und Juden konfrontiert sind. Es werden anhand von Erfahrungsberichten die verschiedenen Ausdrucksformen des heutigen Antisemitismus verdeutlicht, um die Wahrnehmung und das Erkennen von Antisemitismus zu fördern. Dies ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Antisemitismus, welche ebenso im Vortrag aufgezeigt werden.

2. Referent: Dr. Christian Staffa

Er ist Antisemitismusbeauftragter der EKD seit Oktober 2019, Studienleiter an der Evangelischen Akademie zu Berlin, Mitbegründer der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus und des Netzwerkes antisemitismus- und rassis-muskritische Religionspädagogik und Theologie. Im Vortrag zeigt er auf, wie sich die kirchliche Tradition zu Unrecht antijüdisch po-sitioniert hat, denn nicht nur war und bleibt Jesus Jude, sondern die ganze Schrift oder die Schriften sind nicht vom Judentum und der bedingungslosen Angewiesen-heit auf das Judentum damals und heute zu trennen. Der Nährboden des Antise-mitismus ist auch das christliche Selbstbild, das mit den eigenen Defiziten und Schuldgefühlen nicht umzugehen weiß. Der Vortrag wird diese These ausdeuten und Ansätze zu einer Bearbeitung versuchen.

16:15 h Pause mit kleinem Imbiss

Nichtöffentlicher Teil  (Nur für Mitglieder der IKDR)


16.45 h Fortsetzung des geschäftlichen Teil der IKDR-Vollversammlung.

Alle IKDR-Mitglieder haben bereits in einer gesonderten E-Mail die Tagesordnung, das Protokoll, die IKDR-Geschäftsordnung und den Anmeldebogen erhalten.

Grafik: Mester

Argumentationstraining gegen Stammtischparolen von Rechts

  • Samstag, 1. Februar 2020, 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
  • Volkshochschule Celle, Trift 17, Raum 3, 29221 Celle


Wir alle kennen das: In der Diskussion mit dem Arbeitskollegen, dem Gespräch mit der Tante oder beim Grillen mit dem Sportverein fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen. Später ärgern wir uns, denken, da hätten wir gerne den Mund aufgemacht, widersprochen, die rechten Parolen nicht einfach so stehen lassen. Hier wollen wir ansetzen und Menschen in die Lage versetzen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin!

Denn der Stammtisch ist überall: An der Kasse des Bio-Supermarktes, auf dem Spielplatz, in der Bahn oder in der Uni-Lerngruppe. Aber: Wir sind auch überall und wir können durch Widerspruch, deutliches Positionieren und engagierte Diskussionen ein Zeichen setzen, die Stimmung in unserem Umfeld beeinflussen und unentschlossenen Menschen ein Beispiel geben. Dazu wollen wir uns in Trainings mit Strategien beschäftigen, die uns ermöglichen, den Parolen der Rechtspopulisten und ihrer Anhänger Paroli zu bieten. Wir wollen gängige rechte Positionen untersuchen und wir wollen gemeinsam üben, das Wort zu ergreifen und für solidarische Alternativen zu streiten statt für Ausgrenzung und Rassismus.

Eine Kooperationsveranstaltung der vhs mit dem Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus und Aufstehen gegen Rassismus.

https://www.vhs-celle.de/programm/mensch-und-gesellschaft/kurs/Stammtischkaempferinnen-Ausbildung/nr/20ACE1216/bereich/details/kat/115/#inhalt



Wir über uns

Das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus ist ein bürgerliches Bündnis und besteht aus ca. 15 rein ehrenamtlichen, aktiven Mitgliedern und ca. 500 - 700 solidarisch erklärten „passiven“ Mitgliedern. Wir sind kein Verein weil wir uns unsere freie und unbürokratische Herangehensweise erhalten möchten. Das Netzwerk wurde 2009, nach der Besetzung des Landhotel Gerhus durch Neonazis um den Anwalt J. Rieger, von verschiedenen Einzelpersonen und Bündnispartnern gegründet.

Mit unseren Demonstrationen wollen wir die Öffentlichkeit auf möglichst alle Nazi-Aktivitäten im Landkreis aufmerksam machen und die Bürger der Region und des Landkreises drängen, sich mit den Themen Rassismus und  Rechtsextremismus auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Wir klären auf und fordern ein Ende solcher Treffen. Unsere Demonstrationen gestalten sich von Jahr zu Jahr aufwändiger und fantasievoller um mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

Mahnwache

gegen braune Sonnwendfeier in Eschede


  • Samstag, 20. Juni 2020, 14.00 Uhr.
  • Treffpunkt an der L 281, Kreuzung "Am Dornbusch / Zum Finkenberg"


Immer wieder finden auf dem NPD-Hof in Eschede Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben schon eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als Brauchtumsfeiern. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Sonnenwendfeiern“ alles anderes als harmlos. Deshalb protestieren wir auch vehement gegen diese Treffen.

Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen.

Logo: Kampagne "Kein Ort für Neonazis" der Amadeu Antonio Stiftung.