Wir über uns

Das Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus ist ein bürgerliches Bündnis und besteht aus ca. 15 rein ehrenamtlichen, aktiven Mitgliedern und ca. 400 – 500 solidarisch erklärten „passiven“ Mitgliedern. Wir sind kein Verein weil wir uns unsere freie und unbürokratische Herangehensweise erhalten möchten. Das Netzwerk wurde nach der Besetzung des Hotel Gerhus durch Neonazis um den Anwalt J. Rieger, von verschiedenen Einzelpersonen und Bündnispartnern gegründet.

Nach der erfolgreichen Verhinderung eines Neonazi-Ausbildungszentrums bei Fassberg liegt unsere Zielsetzung heute bei der Verhinderung der vielen, jährlich sich wiederholenden Nazitreffen auf dem Hof Nahtz bei Eschede. Dort trifft sich seit über 25 Jahren die niedersächsische und norddeutsche Neo-Nazi-Elite, um Aktionen zu planen und Verbindungen zu festigen sowie „rechte Erlebniswelten“ wie z.B. Rechtsrockkonzerte für Jugendliche zu schaffen und sie so in ihren Einfluß zu bringen und für sich zu gewinnen. Die nach Außen harmlos wirkenden Veranstaltungen laufen unter dem Deckmantel „Brauchtumsveranstaltungen“. Sonnen- und Winterwenden Feiern sowie die sog. „Erntefeste“ dienen in Wahrheit dazu traditionelle NS Ideologie zu leben und zu verbreiten.

Mit unseren Demonstrationen wollen  wir die Öffentlichkeit auf jedes dieser Treffen, aber auch möglichst alle anderen Nazi-Aktivitäten im Landkreis, aufmerksam machen und zwingen die Bürger der Gemeinde und des Landkreises, sich mit dem Thema Rechtsextremismus, auseinander zu setzen und Stellung zu beziehen. Wir klären auf und fordern ein Ende dieser Treffen. Unsere Demonstrationen gestalten sich von Jahr zu Jahr aufwändiger und fantasievoller um mehr Bürger zum Mitmachen zu bewegen.

Unsere Demonstrationen gegen die Treffen auf dem NPD-Hof Nahtz werden von einer politisch breit aufgestellten, vielfältigen, aber entschlossenen Allianz getragen werden. Zu diesem breiten Spektrum gehören Gewerkschafter und Kirchenleute, Angehörige verschiedenster Parteien, Initiativgruppen gegen Rechtsextremismus, auch Leute aus dem Bunten Haus Celle. Wir repräsentieren somit auf unseren Demos eine große Spannweite unserer Gesellschaft. Die Behauptung "gegen Rechte demonstrieren ja nur Linke“ ist reine NPD-Propaganda. Die Rechtsextremen versuchen mit diesem Argument darüber hinwegzutäuschen, dass die überwiegende Mehrheit unserer Gesellschaft rechtsextremes Gedankengut deutlich ablehnt. Bundesweit beteiligen sich immer mehr Menschen aus der Mitte unserer Gesellschaft an den Protesten gegen Rechtsextremismus, auch an den Demonstrationen vor dem NPD-Hof Nahtz in Eschede.

Weitere Aktivitäten des Netzwerks…

Das Netzwerk erinnert jährlich an den grausamen Tod von Peter Deutschmann.

Peter Deutschmann wurde 1999  von zwei  Escheder Neonazis brutal zusammengeschlagen und sterbend  allein in seinem Haus zurück gelassen. Diese Tat ist bis heute in Eschede nicht aufgearbeitet worden. Die Täter gehörten beide zur rechten Szene in und um Celle. Das Landgericht Lüneburg verurteilte sie wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu je fünf Jahren Jugendstrafe. Einen politischen Hintergrund wollte das Gericht nicht erkennen.

Johannes K. löste sich schon während der Haftzeit aus der rechten Szene. Heute tritt er häufig auf Veranstaltungen auf, um vor den Gefahren des Rechtsextremismus zu warnen. Das Leben von Marco S. verlief dagegen ganz anders. Er vertiefte während der Haftzeit in Hameln seine Kontakte in die niedersächsische Neonazi-Szene.

Wir wollen aber nicht nur Peter Deutschmann gedenken, sondern allen 200 Opfern rechtsextremer Gewalt seit 1990.

Eine von uns gestaltete Installation dient als didaktisches  Ausstellungsobjekt,  z.B. für Schulen, Gemeinden und anderen Räumen. Eine ca. 300 cm breite x 300 cm tiefe und 200 cm hohe, quadratische Rauminstallation zeigt alle durch rechtsextreme Gewalt umgekommenen Menschen seit 1990.

Die dicht an dicht gehängten Bögen bilden in ihrer Mitte einen geschlossenen Raum der Ruhe. Wir möchten nicht nur ein Gefühl der überwältigenden Zahl ermordeter Menschen geben, sondern auch auf ihre einzelnen Persönlichkeiten hinweisen und den Opfern auf diese Weise gedenken.

Wir haben 2011 einen Logo Wettbewerb durchgeführt, an dem mehr als 100 Bewerber aus dem Landkreis Celle teilgenommen haben. Das Echo in den Medien war enorm. Ziel war nicht nur ein eigenes Logo zu bekommen, sondern die Bürger am Entstehungsprozess teilhaben und aktiv an unserer Arbeit mitwirken zu lassen.

Das neue Logo gibt uns eine optische Identität. Zwei Webseiten stellen uns eine Plattform für Kommunikation und Dokumentation. Bürger können sich bei uns melden und auch uns über Nazi-Aktivitäten informieren, worauf wir dann öffentlich reagieren. Die Webseiten werden ständig aktualisiert und informiert über anstehende und vergangene Aktivitäten.

www.netzwerk-südheide.de
www.netzwerk-suedheide-gegen-rechtsetremismus

 
Unser Netzwerk arbeitet seit den Mahnwachen vor dem Hotel Gerhus an einer ständig wachsenden Foto Dokumentation, die auch verliehen wird.

Des Öfteren haben wir Experten für Rechtsextremismus zu Vorträgen eingeladen und werden auch in Zukunft  aufklärende Veranstaltungen über Rechtsextremismus unterstützen und organisieren. Aufklärungsarbeit  sensibilisiert und lässt Nazi-Codes und Nazi-Aktivitäten besser erkennen und hilft so beim schnelleren Erkennen rechter Aktivitäten.

Da unser „Projekt“ zeitlich und örtlich nicht begrenzt ist, können wir uns als Netzwerk nur um allgemeine finanzielle Förderung bewerben, nicht aber mit einer spezifischen „Sache“. Unzählige Leistungen wurden aus privater Tasche einzelner Mitglieder finanziert, vieles auch gesponsort von privaten Einzelpersonen, Gewerkschaften, Kirchen, Parteien und Gemeinden.  Wir würden uns über eine finanzielle Hilfe sehr freuen und haben die auch mehr als dringend nötig.