Demonstration

gegen Rechtsextremismus

Eschede: Samstag, 20. Juni 2020, ab 13.00 Uhr.

  1. Treffpunkt um 13.00 Uhr am Bahnhof in Eschede
  2. Erste Kundgebung an der Hermannsburger Straße, Kreuzung ´Am Dornbusch / Zum Finkenberg´
  3. Hauptkundgebung vor dem NPD-Hof Nahtz in Eschede


Immer wieder finden auf dem NPD-Hof in Eschede Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben schon eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als Brauchtumsfeiern. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Sonnenwendfeiern“ alles anderes als harmlos. Deshalb protestieren wir auch vehement gegen diese Treffen.

Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen.

Redner auf der Demo am kommenden Samstag in Eschede sind u.a.

  • Andreas Döring, Intendant des Schlosstheaters Celle
  • Oberkirchenrat i.R. Klaus Burckhardt, Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
  • Dirk Garvels, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
  • Jilmaz Kaba, Die Linke
  • Evtl.: Anna Jander, freischaffende Künstlerin (Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus)


Grafik: Anna Jander

Aufruf zur Demo gegen Rechtsextremismus

Samstag, dem 20. Juni 2020, ab 13.00 Uhr am Bahnhof Eschede



Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, liebe Freunde!

Seit mindestens 25 Jahren treffen sich Rechtsextreme auf dem Hof Nahtz in Eschede. Wir wissen es aber erst seit 2007. Seitdem protestieren wir vehement gegen diese Zusammenkünfte, vor allem gegen die menschenverachtende Ideologie der extremen Rechten.

Verwaltungsgericht erlaubt Demonstranten, sich bis auf 150 Metern dem NPD-Hof zu nähern.

Bis vor kurzem demonstrierten wir auf der Hermannsburger Straße, an der Kreuzung ´Zum Finkenberg / Im Dornbusch´. Das ist noch 1,7 km vom Hof Nahtz entfernt. Unsere Anträge, näher vorm Hof protestieren zu können, wurden vom Landkreis Celle stets abgelehnt. Als im letzten Jahr bekannt wurde, dass die NPD den Hof gekauft hat, wandten wir uns schließlich an das Verwaltungsgericht Lüneburg. Unsere Klage hatte Erfolg. Seitdem dürfen wir uns dem Hof bis auf 150 Meter nähern.

Die NPD ist entsetzt über die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes. Hastig verhängte sie vor der nächsten Demo die Hofstelle mit Sichtschutzplanen. Sie feierte im September auf dem Hof ihr „braunes" Erntefest und wollte dabei nicht beobachtet werden.

Um zu verhindern, dass wir zu ihrer Winter-Sonnwendfeier im Dezember (2019) wieder vor dem Hof stehen, meldete die NPD kurzerhand einen Aufmarsch in Eschede an. Mit fünfzig Teilnehmern wollte sie mit Bengalos und einem Lautsprecherwagen durch Eschede ziehen. „Ihr braucht nicht zum Hof kommen, wir kommen nach Eschede“, war die Botschaft an uns. Am Ende nahmen nur sechs Rechtsextreme an dem NPD-Aufmarsch teil. Die sechs kamen aber nicht weit, denn 650 Gegendemonstranten blockierten die Straße. Frustriert mussten die Neonazis umkehren und zum Hof zurückkehren. Wir Gegendemonstranten folgten ihnen.

Vorsorglich hatte die NPD auf der Hofstelle wieder einen Sichtschutz aufgestellt. Der frühere Hofbesitzer, Joachim Nahtz, und andere NPDler standen auf Leitern hinterm Sichtschutz und schauten zu uns herüber. Es war ihnen anzusehen, dass sie nicht mit so vielen Gegendemonstranten gerechnet hatten. In Sicht- und Hörweite zum Hof führten wir schließlich unsere Kundgebung gegen Rechtsextremismus durch.

Am kommenden Samstag findet wieder eine Demo gegen Rechtsextremismus vor dem NPD-Hof statt.

Am kommenden Samstag, dem 20. Juni 2020, werden wir wieder vor dem Hof stehen, wenn dort Rechtsextreme zu ihrer Sommer-Sonnwendfeier zusammenkommen. Und wieder versucht die NPD mit aller Macht, unsere Kundgebung vor dem Hof zu verhindern. Das ist der Grund, warum sie für den Tag ihrer Sonnwendfeier erneut einen Aufmarsch in Eschede angemeldet hat. Wiederum ist ihre Hoffnung, dass sie uns so davon abhalten zu kann, zum Hof zu gehen.

Wir aber sind entscheiden, auch am 20. Juni vor den Hof zu ziehen. Der NPD-Hof darf auf keinen Fall ein Refugium für Neonazis werden. Rechtsextreme treten mit Füßen, was für uns einen hohen Wert hat: Die Unverletzbarkeit der Menschenwürde, die Garantie der Menschenrechte, die Gleichberechtigung aller Menschen, ihre Gleichstellung und Gleichbehandlung.

Halbherzigkeit und Stille müssen endlich aufhören.

Der Mord an Walter Lübcke, der Anschlag in Halle und das Massaker in Hanau müssen ein Wendepunkt sein. Rechtsextreme haben nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie ihren Worten auch Taten folgen lassen. Deshalb müssen wir, wo immer Rechtsextreme auftauchen, klar hinsehen, klar reden und klar handeln. Wir können uns nicht vornehm heraushalten. Wir müssen Stellung beziehen, denn der Rechtsextremismus widerspricht fundamental den Grundsätzen der Demokratie und der Menschenrechte.

Artikel 1 -  Alle Menschen sind frei und gleich geboren.
Artikel 2 - Jeder Mensch hat Anspruch auf dieselben Menschenrechte ohne jede Diskriminierung.
Artikel 3 - Jeder Mensch hat das Menschenrecht auf Leben, Freiheit, und Sicherheit.

Mit freundlichen Grüßen,
Wilfried Manneke

Haltung zeigen gegen rechte Gewalt und Antisemitismus


Benefizkonzert am 5. März, um 19.30, in der Marktkirche Hannover

zu Gunsten des "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" und MOBIT Mobile Beratung Thüringen - Für Demokratie gegen Rechtsextremismus.

Der Politiker Walter Lübcke wird ermordet, weil er für Flüchtlinge einsteht. In Halle wird eine Synagoge angegriffen. Journalisten und Politiker werden von Nazis bedroht....  Die Gewalt und der Hass gegen Menschen und die Bedrohung unserer Demokratie nehmen zu.

Die Marktkirche zeigt Haltung und veranstaltet gemeinsam mit dem Norddeutschen Figuralchor unter Jörg Straube und dem Mendelsohn Oktett Hannover ein Benefizkonzert, dessen Einnahmen an zwei Vereine in Ost und West gehen, die sich dieser Gewalt vor Ort entgegen stellen.

Unterstützt wird das Konzert von Bündnispartnern aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft wie der Kirche für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Omas gegen Rechts, dem niedersächsischen Flüchtlingsrat, dem Miso Netzwerk, Mobile Beratung Niedersachsen, dem Netzwerk Südheide, Bunt statt Braun, dem Friedensbüro Hannover, Seebrücke, Nachbarschaftshilfe Hannover Mitte und anderen.

Als Redner haben zugesagt:

  • Dr. Werner Hennig, CDU, Landrat des Eichsfeldes,
  • Romy Arnold, mobile Beratung Thüringen
  • Wilfried Manneke, Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus.

 

Programm:

James Mac Millan: O bone Jesu
Herbert Howells: Requiem
Norddeutscher Figuralchor

Mendelsohn: Oktett für Streicher    
Allegro molto e vivace, Andante, Scherzo (Allegro leggierissimo), Molto Allegro e Vivace
Mendelsohn Oktett Hannover
 
Mendelssohn: Verleih uns Frieden
Norddeutscher Figuralchor und Mendelsohn Oktett Hannover

Goethes Walpurgisnachtszene aus dem ersten Teil des Faust diente dem sechzehnjährigen Mendelssohn als Motto für das luftige Scherzo seines Oktetts. Mit 16 Jahren schrieb Felix Mendelssohn-Bartholdy ein Oktett für 8 Streichinstrumente, welches er seinem Freund und (erst 23 Jahre jungem) Geigenlehrer Eduard Ritz als Geburtstagsgeschenk widmete. Die erste Violine dominiert mit eleganter Virtuosität, man wird tatsächlich in die Welt der Walpurgisnacht und Shakespeares Sommernachtstraum versetzt. Das Oktett spielt auf Instrumenten, die denen der Mendelssohnzeit entsprechen in 430 Hz.

Antisemitismus heute -

Erfahrungen, Einordnung und Anfragen an die Evangelische Kirche


  • Freitag, 7. Februar 2020, 14.30 Uhr
  • Haus kirchlicher Dienste, Archivstraße 3, 30169 Hannover

Herzliche Einladung zur Teilnahme an der 9. Vollversammlung der Initiative ´Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus´
in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers
(IKDR)

Öffentlicher Teil:
14:30 h Eröffnung und Andacht durch den SprecherInnenrat
14.50 h Vorträge und Aussprache zum Thema: Antisemitismus heute - Erfahrungen, Einordnung und Anfragen an die Evangelische Kirche.

1. Referent: Konstantin B. Seidler

Er ist Dipl. Sozialwissenschaftler und seit über 10 Jahren Referent für politische Bildung mit dem Schwerpunkt „Antisemitismus damals und heute“ sowie Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover. Er ist aktives Mitglied der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover und engagiert sich hier besonders im inter-religiösen und inter-kulturellen Dialog sowie im Bereich der Empowerment-Arbeit für junge jüdische Erwachsene. Der Vortrag zeigt auf, wie heutiges jüdisches Leben in Deutschland aussieht und mit welchen Erfahrungen Jüdinnen und Juden konfrontiert sind. Es werden anhand von Erfahrungsberichten die verschiedenen Ausdrucksformen des heutigen Antisemitismus verdeutlicht, um die Wahrnehmung und das Erkennen von Antisemitismus zu fördern. Dies ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Antisemitismus, welche ebenso im Vortrag aufgezeigt werden.

2. Referent: Dr. Christian Staffa

Er ist Antisemitismusbeauftragter der EKD seit Oktober 2019, Studienleiter an der Evangelischen Akademie zu Berlin, Mitbegründer der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus und des Netzwerkes antisemitismus- und rassis-muskritische Religionspädagogik und Theologie. Im Vortrag zeigt er auf, wie sich die kirchliche Tradition zu Unrecht antijüdisch po-sitioniert hat, denn nicht nur war und bleibt Jesus Jude, sondern die ganze Schrift oder die Schriften sind nicht vom Judentum und der bedingungslosen Angewiesen-heit auf das Judentum damals und heute zu trennen. Der Nährboden des Antise-mitismus ist auch das christliche Selbstbild, das mit den eigenen Defiziten und Schuldgefühlen nicht umzugehen weiß. Der Vortrag wird diese These ausdeuten und Ansätze zu einer Bearbeitung versuchen.

16:15 h Pause mit kleinem Imbiss

Nichtöffentlicher Teil  (Nur für Mitglieder der IKDR)


16.45 h Fortsetzung des geschäftlichen Teil der IKDR-Vollversammlung.

Alle IKDR-Mitglieder haben bereits in einer gesonderten E-Mail die Tagesordnung, das Protokoll, die IKDR-Geschäftsordnung und den Anmeldebogen erhalten.

18.00 h Ende der Vollversammlung


Argumentationstraining gegen Stammtischparolen von Rechts

  • Samstag, 1. Februar 2020, 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
  • Volkshochschule Celle, Trift 17, Raum 3, 29221 Celle

Wir alle kennen das: In der Diskussion mit dem Arbeitskollegen, dem Gespräch mit der Tante oder beim Grillen mit dem Sportverein fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen. Später ärgern wir uns, denken, da hätten wir gerne den Mund aufgemacht, widersprochen, die rechten Parolen nicht einfach so stehen lassen. Hier wollen wir ansetzen und Menschen in die Lage versetzen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin!

Denn der Stammtisch ist überall: An der Kasse des Bio-Supermarktes, auf dem Spielplatz, in der Bahn oder in der Uni-Lerngruppe. Aber: Wir sind auch überall und wir können durch Widerspruch, deutliches Positionieren und engagierte Diskussionen ein Zeichen setzen, die Stimmung in unserem Umfeld beeinflussen und unentschlossenen Menschen ein Beispiel geben. Dazu wollen wir uns in Trainings mit Strategien beschäftigen, die uns ermöglichen, den Parolen der Rechtspopulisten und ihrer Anhänger Paroli zu bieten. Wir wollen gängige rechte Positionen untersuchen und wir wollen gemeinsam üben, das Wort zu ergreifen und für solidarische Alternativen zu streiten statt für Ausgrenzung und Rassismus.

Eine Kooperationsveranstaltung der vhs mit dem Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus und Aufstehen gegen Rassismus.

https://www.vhs-celle.de/programm/mensch-und-gesellschaft/kurs/Stammtischkaempferinnen-Ausbildung/nr/20ACE1216/bereich/details/kat/115/#inhalt

Tannenberg -

ein  KZ-Arbeitslager in Altensothrieth / Unterlüß


Veranstaltung anlässlich des Holocaust-Gedenktages 2020

Termin:

       26. Januar 2020, 19.30 Uhr

Ort:

       Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg, Harmsstraße 2, im Aira-Saal

Referenten:

       Wilfried Manneke
       Hendrik Altmann
       Peter Heine

Moderation:

       Peter Buttgereit

Tannenberglager -
Außenstelle des KZ Bergen-Belsen


Als deutsche Truppen 1944 Ungarn besetzten, war Edith Balas, eine Jüdin, erst 14 Jahre alt. Edith und ihre Eltern wurden nach Auschwitz deportiert. Edith entging der Gaskammer nur, weil sie sich als 16-jährige ausgegeben hatte.  Somit galt Edith als arbeitsfähig. Mit anderen Frauen wurde sie in einen Viehwaggon gepfercht und in das „Tannenberglager“ gebracht. Auf ihrer Häftlingskleidung stand die Nummer 463.

Zwischen August 1944 und April 1945 existierte bei Altensothrieth – rund 4 km westlich von Unterlüß – ein Außenlager des KZ Bergen-Belsen, das sogenannte „Tannenberglager“. Es bestand aus mindestens sechs Baracken, in denen unter anderen die weiblichen jüdischen Häftlinge untergebracht waren, die insbesondere aus dem KZ Auschwitz kamen.

In den vorhandenen Zeitzeugenberichten wird neben der körperlich schweren Arbeit, mangelnder Ernährung, Krankheiten und Kälte, auch die rohe Behandlung durch das Wachpersonal beschrieben. Die Frauen schliefen auf Strohmatratzen. Zu essen gab es am Tag meist nur eine Suppe. Die Frauen arbeiteten  täglich mindestens 12 Stunden. Sie mussten unter anderem Straßen- und Gleisbauarbeiten verrichten – später wurden sie auch in der Rüstungsproduktion eingesetzt.

Kurz vor Kriegsende erfolgte die Räumung des Lagers. Man brachte die Frauen in das KZ Bergen-Belsen. Dort mussten die Frauen noch bis zum 15. April ausharren, dem Tag der Befreiung duch britische Truppen.

Die Zustände in Bergen-Belsen waren verheerend. Hunderte von Leichen lagen auf dem Boden. Typhus und Ruhr wüteten. Schon nach wenigen Tagen hatten sich die Häftlinge aus Unterlüß angesteckt, viele starben.

Trotz der heute noch auffindbaren Relikte geriet das Tannenberglager in Vergessenheit. Vor diesem Hintergrund stellt die Aufarbeitung der historischen Zusammenhänge aus heutiger Sicht eine geschichtsbewußte und zugleich inhaltlich anspruchsvolle Aufgabe dar.

Darum bemüht sich seit über zwei Jahren eine überparteiliche Gruppe in der Gemeinde Südheide, in Zusammenarbeit mit der Rheinmetall AG, die sich ebenfalls an der Aufarbeitung beteiligt. Auch die Gemeindeverwaltung Südheide unterstützt das Projekt. Ein Ziel  ist die Errichtung einer Gedenkstätte in Unterlüß,an der respektvoll an die Insassen der Unterlüßer Lager erinnert werden soll

Der Holocaust-Gedenktag 2020 greift das Thema „Tannenberg“ ebenfalls auf. Seit 1996 veranstaltet der SPD-Ortsverein Südheide (bis 2014 Hermannsburg) in Zusammenarbeit mit dem überparteilichen Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ Berlin, den Gedenktag in diesem Jahre zum 25. mal. Drei Referenten stehen zur Verfügung.

Wilfried Manneke, Pastor i. R., dem 2018 der Paul-Spiegel-Preis für Zivolcourage verliehen wurde, setzt  sich seit Jahren gegen Rechtsradikalität ein, tritt Neo-Nazis mutig entgegen. Edith Balas veröffentlichte 2010 das Buch „Vogel im Flug“, in dem sie auch ihre ca acht Monate Zwangsarbeit im „Tannenberglager“ schildert. Das Buch wurde 2013 ins Deutsche übersetzt und die Autorin schickte 4 Exemplare an die Gedenkstätte Bergen-Belsen, die eines davon auch an Wilfried Manneke weiterleitete. Er bedankte sich bei Edith Balas und erhielt nach dem Tod des Übersetzers die restlichen übersetzten Exemplare, die er verteilte. Pastor Manneke wird an das Schicksal von Edith Balas erinnern.

Hendrik Altmann, geb. 1987, Wirtschaftsjurist,Heimatforscher und ehrenamtlich Beauftragter für die archäologische Denkmalpflege wurde im Rahmen von Recherchen         in historischen  Karten der Unterlüßer Umgebung auf das „Tannenberglager“ aufmerksam. Das Lager war im Maßstab 1:25.000 in einem Messtischblatt des britischen War Office verzeichnet. Nachdem er ermittelt hatte, dass sich dort ein KZ-Außenlager befunden hat, stellte er weitere Nachforschungen mittels Zeitzeugenberichten und in Archiven an. In seinem Blog „Found-Places-Heimatforschung im Raum Celle“ sowie in den lokalen und regionalen Medien berichtete er darüber.

Peter Heine wurde 1955 in Unterlüß geboren. Es gab dort einen „Lagerkomplex“. Eine Baracke weckte das Interesse von Peter Heine.Er wollte wissen,welche Funktion sie im Krieg hatte. So begann er im März 1995 mit Recherchen, die bis heute immer noch viele Fragen offen lassen.Die Nachforschungen beschränken sich in erster Linie auf ausländische Fremd- und Zwangsarbeiter, das Arbeitserziehungslager (AEL), auf das Säuglingsheim und auf die jüdischen Insassen des Tannenberglagers.

Rechtspopulismus - eine antidemokratische Versuchung


Vortrag  anlässlich des 10-jährigen Jubiläums
des "Netzwerkes Südheide gegen Rechtsextremismus"


  • Referent: Elvin Hülser vom Antikriegshaus in Sievershausen
  • Termin: Mittwoch, 15. Januar 2020, 19.30 Uhr
  • Ort: Evangelisches Bildungszentrum, Lutterweg 16, 29320 Hermannsburg

Populistische Bewegungen und Parteien erhalten in den letzten Jahren enormen Zulauf, sei es in verschiedenen Ländern Europas oder auch in den USA. Während Deutschland lange Zeit immun gegenüber populistischen Strömungen zu sein schien, zeugen die Erfolge der AfD bei Landtagswahlen, der Bundestagswahl und den Wahlen zum Europäischen Parlament, aber auch Phänomene wie die PEGIDA-Bewegung davon, dass insbesondere der Rechtspopulismus auch in Deutschland dabei ist, sich zu etablieren. In Polen und Ungarn machen sich autoritäre Regierungen an den Umbau demokratischer Institutionen und den Abbau liberaler Freiheiten, in vielen anderen Ländern Europas sind rechtspopulistische Parteien und Bewegungen an den Regierungen beteiligt oder zumindest eine einflussreiche politische Größe geworden.

Die einen sehen hierin eine akute Gefahr für die westlich-liberalen Demokratien, andere wiederum einen womöglich heilsamen Weckruf für die Demokratie. Die als Populisten bezeichneten selbst behaupten von sich, die wahren Vertreter ihres jeweiligen Volkes zu sein und als einzige deren Interessen wahrzunehmen.

Dieser Darstellung widerspricht Elvin Hülser, Referent für Friedensfragen des Antikriegshauses Sievershausen, in seinem Vortrag "Rechtspopulismus – eine antidemokratische Versuchung" entschieden.

Populistische Akteure nehmen für sich in Anspruch, im Namen des Volkes zu sprechen und zu handeln. Demokratische Aushandlungsprozesse, politische Kompromisse, Toleranz und Schutz von Minderheiten und Individuen im Rahmen eines gewaltenteilig organisierten Rechtsstaats sind in diesem Verständnis letztlich unnötig.

Die Absolutheit der eigenen (Vertretungs-)Ansprüche, die daraus folgende Verachtung für die Regeln und Ausgleichsmechanismen der Demokratie, die Missachtung rechtstaatlicher Prinzipien machen den Populismus zu einer antidemokratischen, autoritären Versuchung in Zeiten, in denen viele Menschen verunsichert sind.

Folgenden Fragen soll in der Veranstaltung u.a. nachgegangen werden: Was macht den Populismus aus, wodurch ist er gekennzeichnet? Was macht den Rechtspopulismus heute so attraktiv? Inwiefern stellt er eine Versuchung in Zeiten der Verunsicherung dar – und woher rührt diese Verunsicherung und Unzufriedenheit in immer größeren Teilen der Bevölkerung? Warum stellt der Populismus eine Gefährdung der Demokratie dar und warum lohnt es sich überhaupt, diese zu verteidigen?

Elvin Hülser, Geschäftsführer und Referent für Friedensfragen des Antikriegshauses im Friedens- und Nagelkreuzzentrum Sievershausen. Arbeitsschwerpunkte sind Themen der Friedens- und Sicherheitspolitik, der zivilen Konfliktbearbeitung sowie Demokratieförderung und die Auseinandersetzung mit Populismus, Extremismus und Fundamentalismus.
Das Antikriegshaus ist einer der Begegnungsorte des Friedens innerhalb der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers im Rahmen des Prozesses „Kirche des gerechten Friedens werden“.