Stellungnahme gegen Behauptung: Antifa stört friedlichen Protest

Am Tag der Befreiung (8. Mai 2021) veranstaltete das "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ vorm NPD-Zentrum in Eschede eine Demonstration unter dem Motto: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus! Ungefähr 400 Personen nahmen an der Demo teil. Mit der anschließenden Berichterstattung in den Medien sind wir nur teilweise einverstanden. Hier unsere Stellungnahme:


11. Mai 2021


Liebe Mitstreiter*innen, liebe Freunde!

Nachdem die Cellesche Zeitung schon am Montag über unsere Demo in Eschede (8.5.2021) berichtet hat, äußert sie sich heute noch einmal dazu unter der Überschrift: "Antifa stört erneut friedlichen Protest.“

Der CZ-Artikel erweckt den Eindruck, als wenn wir (Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus) das Opfer des Antifa-Auftritts gewesen wären. Das ist Humbug. Die Antifa ist aus den gleichen Gründen nach Eschede gekommen wie wir. Es ist der Protest gegen den immer dreister auftretenden Rechtsextremismus in Deutschland. Die haarsträubenden Versuche der Rechtsextremen, den 8. Mai für ihre Zwecke zu missbrauchen, sind ein deutliches Indiz dafür.

  • Die ersten Provokationen auf der Demo in Eschede gingen vom NPD-Zentrum aus. Der NPD-Fotograf mit seinem überaus großen Teleobjektiv; er wollte uns einschüchtern. Seine Botschaft: Wenn ich erst ´mal Dein Gesicht fotografiert habe, dann weiß ich auch bald, wie Du heißt und wo Du wohnst!“
  • Es ist auch provozierend, wenn die Leute vom NPD-Hof direkt am Zaun stehen oder mit Hilfe einer Leiter sogar grinsend übern Sichtschutz schauen. Am besten wäre es, wenn die gar nicht erst vor die Haustür treten würden.
  • Der Höhepunkt der Provokationen aber war die furchtbar laute Musik. Sie war diesmal so laut, dass wir unsere Kundgebung vorerst abbrechen mussten, obwohl wir 150 Meter vom Hof entfernt waren.

Die Antifa ist vorm Zaun des NPD-Zentrums stehen geblieben. Das ist richtig. Erst nach mehrmaliger Aufforderung der Polizei ging sie weiter. Als die ohrenbetäubende Musik plötzllich einsetzte, blieb sie wieder stehen. Das ist aufgrund solch einer heftigen Provokation ja auch kein Wunder! Die Polizei sollte ´mal ein Gefährdergespräch mit den Rechtsextremen auf dem NPD-Hof führen. Wenn die sich nämlich unauffällig und ruhig verhalten würden, würden die Demos auch anders verlaufen, trotz Beteiligung der Antifa.


Johanna Ottermann (Anmelderin - Demo am 8.5.2021 vorm NPD-Zentrum in Eschede)

Wilfried Manneke (Sprecher - Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus)