Rückblick auf die Demo am 19. Juni 2021 in Eschede

Persönlicher Bericht
über die Eskalation vorm NPD-Hof


Bei 33 °C in brütender Hitze kam nach 1,7 km Fußmarsch der Demonstrationszug zum Halt vor Hof Nahtz. Da standen wir dann erst mal im Staub, vom Zaun zum NPD-Zentrum durch eine Reihe Polizisten in voller Montur getrennt. Hinter dem Zaun grinsend und den Polizeischutz genießend ein verurteilter Rechtsterrorist, ein NPD-Fotograf, der Landesvorsitzende der NPD Niedersachsens und die ehemaligen Hofbesitzer.
 
Die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen hatte versprochen, dass keine Gewalt von ihr ausgehen würde. Aber Mitglieder anderer Antifaschistischer Gruppen hielten sich nicht an die Absprache. Sie hatten sich doch etwas überlegt, und zwar mit einer Wasserpistole über den Zaun die „Nazis“ mit Wasser zu bespritzen. Symbolhaft. Ist ja an sich auch harmlos.
 
Leider war das Missverständnis vorprogrammiert: die Polizisten wurden überrascht und deuteten dies als Ansatz, den Zaun zu überklettern. Sie setzten Pfefferspray gegen die Antifa-Demonstranten ein, die sich dann wehrten. Die Rangelei währte nur kurz. Bald stand man sich wieder friedlich gegenüber, bis der Zug nach einer Weile wendete und den Rückweg antrat.
 
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Dies ist mein sehr persönlicher Bericht. Ich arbeite mit im „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“. Nennt mich OmaGegenRechts, das passt zu meinem Alter, meinem Kleid und meinem Strohhut. Meinen Namen nenne ich hier nicht. Die Rechten machen keinen Spaß, wenn jemand sich gegen sie wendet. Und: klar mache ich weiter, bei der nächsten Demo bin ich dabei. „Ich bin auch antifa... :-)“ Das T-Shirt ist Programm!