Hermannsburger Arbeitskreis gegen Hetendorf 13

Demonstration gegen das Neonazi-Zentrum "Hetendorf 13"

Mahnwache gegen das rechtsextreme Treiben in Hetendorf

Wer wir sind - was wir wollen

Der Hermannsburger Arbeitskreis gegen Hetendorf 13 ist ein loser Zusammenschluss von Bürgerinnen und Institutionen aus Hermannsburg und Umgebung, die sich gegen das Bestehen des rechtsextremistischen Schulungszentrums Hetendorf 13 engagieren. Mitglieder sind u.a. auch Vertreter von Parteien, Vereinen und Kirchengemeinden aus Hermannsburg. Der Arbeitskreis versteht sich jedoch als überkonfessionell und nicht parteigebunden.
 
Wir wenden uns mit friedlichem Protest gegen die Machenschaften rechtsextremistischer und neonazistischer Organisationen in unserer Nachbarschaft. Es ist erwiesen, dass verschiedenste Gruppierungen des rechten Spektrums das Tagungszentrum Hetendorf 13 nutzen, es hat sozusagen „Brückenfunktion" zwischen militanten, völkisch-neuheidnischen und parteiorientierten Rechtsextremisten. Diese Vernetzung der Szene kann aus unserer Sicht nicht länger hingenommen werden! Wir können und wollen nicht tatenlos akzeptieren, dass faschistische Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet das Anwesen Hetendorf Nr. 13 weiterhin für ihre Tagungen und Schulungen nutzen. Wir wenden uns gegen rassistische und neonazistische Hetze, die in Vorträgen und Referaten in Hetendorf Nr. 13 vorgetragen wird. Wir wenden uns gegen wehrsportähnliche Übungen und die politische Indoktrination von Kindern und Jugendlichen. Wir wollen uns mit friedlichen und rechtstaatlichen Mitteln dagegen wehren, dass 52 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus nur 20 Kilometer von der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen entfernt schon wieder eine Brutstätte rechtsradikalen Denkens und Handelns existiert. Wir fordern daher die Schließung des Schulungs- und Tagungszentrums Hetendorf 13! Wir rufen alle staatlichen Institutionen dazu auf, sämtliche rechtstaatlichen Mittel auszuschöpfen, um weitere Aktivitäten in Hetendorf Nr. 13 zu verhindern! Von den Hamburger Finanzbehörden erwarten wir endlich Auskunft darüber, ob der Trägerverein von Hetendorf 13, der „HeideHeim e.V.", den Status der Gemeinnützigkeit besitzt. Das niedersächsische Innenministerium schloss dieses für den Förderverein in Buchholz bereits 1996 aus.
 
18 Jahre rechtsextreme Gewalt und Hetze in Hetendorf sind mehr als genug!
 
Schon im vergangenen Jahr, während der „Sechsten Hetendorfer Tagungswoche", initiierte unser Arbeitskreis eine breite Palette von Gegenaktionen verschiedenster Gruppen aus der Umgebung. Unter anderem fanden ein ökumenischer Gottesdienst, eine Veranstaltung mit allen im Hermannsburger Gemeinderat vertretenen Parteien und eine Demonstration mit der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Andrea Hoops statt.
 
Bei zwei dieser Gegenveranstaltungen wurden wir direkt von Rechtsextremisten aus dem „Heide-Heim" attackiert. Teilnehmer der Proteste wurden provoziert, beschimpft und eingeschüchtert. Farbige Teilnehmer an einem Gottesdienst wurden mit „Urwaldlauten" verhöhnt.
 
Wir möchten deswegen in diesem Jahr alle Medienvertreter darum bitten, das Augenmerk nicht nur auf die vermeintlich spektakuläreren Aktionen der Antifa zu richten, sondern auch unsere Veranstaltungen in den Medien zu begleiten!
 
Um ihnen in die Thematik „Schulungszentrum Hetendorf 13" schon einmal einen Einstieg zu liefern, haben wir eine Mappe zusammengestellt. Sie hat weder den Anspruch, einen vollkommenen Überblick über die Geschehnisse in Hetendorf 13 zu geben, noch kann sie alle personellen und organisatorischen Verflechtungen im Hintergrund des Zentrums aufdecken. Wir hoffen aber, Ihnen zumindest einen Einblick in die Zusammenhänge zu geben, die uns veranlassen, gegen das Weiterbestehen von Hetendorf 13 zu protestieren. Für Rückfragen stehen die Mitglieder des Arbeitskreises selbstverständlich auch persönlich zur Verfügung. Kontaktnummern finden Sie auf der vorhergehenden Seite. Der Ablauf der Veranstaltungen gegen die Tagungswoche befindet sich auf der nächsten Seite.
 

Wir hoffen, Sie für unser Anliegen gewonnen zu haben, und möchten an dieser Stelle noch einmal alle Medienvertreter und Interessierten um Unterstützung bitten!

Quelle: Hetendorf 13 - Rechtsextremistisches "Heide-Heim" und
Schulungszentrum; Informations- und Pressemappe anlässlich der "Siebten
Hetendorfer Tagungswoche"; herausgegeben vom Hermannsburger Arbeitskreis
gegen Hetendorf 13; Hermannsburg / Hetendorf, Juni 1997.