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Rückblick auf bisherige Aktionen.

Demo gegen braune Sommer-Sonnwendfeier

Sonnabend, 18. Juni 2022, ab 14.00 Uhr
vor dem Bahnhof in Eschede.

Route

  • Unser Demonstrationszug führt vom Escheder Bahnhof zur Kreuzung "Zum Finkenberg / Am Dornbusch" auf der Hermannsburger Straße. Dort findet eine Zwischenkundgebung statt.
  • Weiter geht’s auf dem Feldweg "Zum Finkenberg" bis zur NPD-Hofstelle. In Sicht- und Hörweite werden wir dort unseren Protest und Unmut äußern, wo er auch hingehört.
  • Anschließend geht es zurück zum Bahnhof. Dort endet unsere Demo gegen 17.00 Uhr.

Der NPD-Hof in Eschede darf
kein Refugium für Neonazis werden

 Die Rechtsextremen auf dem NPD-Hof sind nicht die netten Jungs von nebenan. Es sind Hardcore-Nazis. Sie gehören zum harten Kern der extremen Rechten in Norddeutschland. Deshalb protestieren wir auch jedes Mal, wenn Rechtsextreme dort zusammenkommen, vor allem gegen die menschenverachtende Ideologie der extremen Rechten.
 
Rechtsextreme treten mit Füßen, was für uns einen hohen Wert hat: Die Unverletzbarkeit der Menschenwürde, die Garantie der Menschenrechte, die Gleichberechtigung aller Menschen, ihre Gleichstellung und Gleichbehandlung. Deshalb werden wir, wo immer Rechtsextreme auftauchen, klar hinsehen, klar reden und klar handeln. Wir dürfen uns nicht vornehm heraushalten. Wir müssen Stellung beziehen. Rechtsextremismus widerspricht fundamental Charta der Menschenrechte und unsrer freiheitlich demokratischen Grundordnung.
 
Unsere Demonstrationen gegen die Treffen auf dem NPD-Hof in Eschede werden von einer politisch breit aufgestellten, vielfältigen, aber entschlossenen Allianz getragen werden. Zu diesem breiten Spektrum gehören Gewerkschafter und Kirchenleute, Angehörige verschiedenster Parteien, Initiativgruppen gegen Rechtsextremismus, auch „Omas gegen Rechts“ und Leute aus dem „Bunten Haus“ Celle. Wir repräsentieren auf unseren Demos eine große Spannweite der Bevölkerung, denn die überwiegende Mehrheit der Gesellschaft lehnt rechtsextremes Gedankengut deutlich ab.

Montag, 13. Dezember 2021, 18.00 Uhr, Online-Veranstaltung

NPD-Hof in Eschede -
Nur eine Randnotiz?

  • Zoom-Veranstaltung mit Andrea Röpke und Olaf Meyer
  • Montag, 13. Dezember 2021, 18:00 Uhr
  • Anmeldung unter Dirk.Garvels@dgb.de


Liebe Aktive gegen Rechts,

 

Wir haben uns entschieden die Info-Veranstaltung zum aktuellen Stand in Eschede und der NPD auf dem ehemaligen Hof Nahtz nicht in Präsenz durchzuführen. Die steigenden Corona-Zahlen und die zusätzliche Virusvariante Omikron, von der noch niemand so richtig weiß wie die einzuschätzen ist, lassen es aus unserer Sicht nicht mehr verantworten, öffentliche Veranstaltungen in relativ kleinen Räumen durchzuführen. Auch wenn wir die 2G+ Regel anwenden würden, hätten wir kein gutes Gefühl. Wir bitten um Verständnis.


Deshalb wird die Veranstaltung als Zoom Videokonferenz organisiert. Hierzu bekommen alle, die sich anmelden, einen Link, um sich einzuloggen. Der Vorteil ist, dass wir deutlich mehr Interessierte erreichen können. Weit über den Landkreis Celle hinaus. Teilen, Teilen, Teilen!!!

 

Der Escheder Nahtz-Hof hat sich zum zentralen Anlaufpunkt für Neonazis in der Lüneburger Heide etabliert. Zu den Sonnenwendfeiern und Erntefesten reisen aus der Region und darüber hinaus viele Neonazis mit ihren Kindern und Familien an. Das geht schon seit vielen Jahren so. In der Vergangenheit fanden auf dem Hof des NPD-Bauern, Joachim Nahtz, Zeltlager und Brauchtumsveranstaltungen der verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“  (HDJ), der Jungen Nationaldemokraten, der NPD sowie von regionalen Gruppen wie den „Düütschen Deerns“ statt. Immer wieder sind bei den Zusammenkünften Kinder und Jugendliche – auch aus der Umgebung – dabei. Seitdem die NPD den Hof 2019 gekauft hat, besteht die berechtigte Sorge, dass die NPD in Eschede eine Basis für die Rechte Szene etabliert. Das bedeutet, dass sich die rechtsextreme Szene nun direkt vor Ort regelmäßig trifft und Einfluss auf das Leben der Menschen im Ort  nimmt. Als scheinbar „Nette Nachbarn von nebenan“ nehmen sie Platz im Alltagsleben in Eschede. Zuletzt griff die NPD die vermeintliche „Corona-Diktatur“ auf und demonstrierte gegen die Maßnahmen – auch hier in Celle! Das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus, Escheder Nazigegner sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord-Ost- Niedersachsen machen seit Jahren auf den gefährlichen politischen Charakter völkischer Feiern auf dem NPD-Hof aufmerksam. Das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus informiert über die Entwicklung auf dem Hof Nahtz. Dazu haben wir Andrea Röpke (Journalistin Rechtsextremismus) und Olaf Meyer (Aktivist) eingeladen. Beide zeigen sowohl Hintergründe als auch Erfahrungen mit diesen Gruppen in Eschede auf.

Dirk Garvels, DGB-Kreisvorsitzender Celle


Bitte vergesst nicht, euch anzumelden unter: Dirk.Garvels@dgb.de

Bitte teilen!!  https://www.facebook.com/events/860699967927811

Corona-bedingt:

Absage der Demo am 18. Dezember 2021 in Eschede


Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

die Demo gegen die rechtsextreme Sonnwendfeier am kommenden Samstag, die vom Escheder Bahnhof zum NPD-Hof führen sollte, ist von uns abgesagt worden. Grund unserer Entscheidung ist die aktuelle Situation der Corona-Pandemie. Die Entscheidung wurde einvernehmlich von den in der Region engagierten Initiativen gegen Rechtsextremismus getroffen:

• Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus

• Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus Celle

• Bündnis gegen Rechtsextremismus Eschede

Wir erwarten, dass auch die NPD ihre Aktion für Samstag ruhen lässt. Alles andere wäre angesichts der hohen Zahl Corona-Neuinfizierter unverantwortlich. Wir gehen davon aus, dass die Polizei den NPD-Hof im Blick behält und im Fall von Missachtung geltender Corona-Regeln auch sofort einschreitet.

Die Entscheidung, am Samstag nicht vor den NPD-Hof zu ziehen, ist uns nicht leichtgefallen. Unser Ziel ist es, die vielen, jährlich sich wiederholenden Neonazi-Treffen auf dem NPD-Hof in Eschede zu verhindern. Dort trifft sich bereits seit vielen Jahren die norddeutsche Neo-Nazi-Elite, um Verbindungen zu festigen, Aktionen zu planen, sowie „rechte Erlebniswelten“ zu schaffen. Diese nach Außen harmlos wirkenden Veranstaltungen laufen unter dem Deckmantel „Brauchtumsveranstaltungen“. Die Sonnwendfeiern im Juni und Dezember, sowie die „Reichserntefeste“ im September dienen in Wirklichkeit aber dazu, traditionelle NS-Ideologie zu leben und zu verbreiten. Mit unseren Demonstrationen und Protestaktionen wollen wir die Öffentlichkeit auf jedes dieser Treffen aufmerksam machen. Wir klären auf und fordern ein Ende der rechtsextremen Treffen auf dem NPD-Hof in Eschede.

Mit freundlichen Grüßen,
Wilfried Manneke

Montag, 31. Januar 2022, 18.00 Uhr, Treffpunkt vor der Volksbank in Hermannsburg

Menschenkette gegen Hetze und für Solidarität

„Aktion Haltung zeigen!“ nennt sich eine Allianz Hermannsburger Bürgerinnen und Bürgern, die kein Verständnis für das unsolidarische Verhalten der Corona-Protestbewegung hat. Erneut ruft die Initiative zum Bürgerprotest gegen die sogenannten Spaziergänge der Querdenker in Hermannsburg auf. Die Protestversammlung beginnt am Montag, dem 31. Januar 2022, um 18.00 Uhr, vor der Volksbank in Hermannsburg (Lotharstraße / Billingstraße) statt. Die Ansprache hält Johanne Gerlach, Ratsfrau der Gemeinde Südheide.


Im Anschluss an die Ansprache soll eine „Menschenkette gegen Hetze und für Solidarität“ gebildet werden. Da es Corona-bedingt nicht möglich ist, sich an den Händen zu fassen, wird ein 400 Meter langer roter Faden auf dem Bürgersteig ausgerollt, der von den Teilnehmenden in die Hand genommen wird. Der vorgeschriebene Abstand wird dabei eingehalten. Es gilt Maskenpflicht. Wenn genügend Leute mitmachen, durchzieht die Menschenkette – mit dem roten Faden – den gesamten Ortskern von Hermannsburg.

Der rote Faden hat Symbolkraft. Wie ein roter Faden durchziehen die Schutzmaßnahmen gegen das Corona-Virus seit zwei Jahren das öffentliche und unser privates Leben. Wir haben uns impfen lassen, um uns und andere zu schützen. Wir halten Abstand, tragen Masken und vermeiden unnötige Risiken.

Der rote Faden erinnert aber auch an die rote Linie, die inzwischen von den Querdenkern überschritten worden ist. Deshalb ist der Bürgerprotest jetzt gefragt. Wir sind aufgefordert, klar hinzusehen, klar zu reden und klar zu handeln. Wir dürfen uns nicht länger heraushalten, wo mit falschen Behauptungen und Verschwörungstheorien gegen die notwendigen Schutznahmen vorgegangen wird. Wir müssen auch verhindern, dass Wutbürger, Rechtspopulisten oder sogar Rechtsextreme den Diskurs bestimmen. Deshalb erheben wir das Wort. Die rote Linie ist überschritten. Die Querdenker-Szene ist zu einer Bedrohung unserer Demokratie geworden.

Banner, Transparente und Schilder dürfen mitgebracht werden. Wichtig ist, dass wir nicht mit den „Querdenkern“ verwechselt werden. Deshalb sollten die Texte auf den Transparenten eindeutig sein. Es sind auch Laternen, Knicklichter oder andere Leuchtkörper erlaubt.

Im Namen der "Aktion Haltung zeigen!“
Johanna Ottermann
johannaottermann@hotmail.com

Aktion Haltung zeigen!Eine Initiative Hermannsburger Bürgerinnen und Bürger gegen das unsolidarische Verhalten der Corona-Protestbewegung.

Montag, 24. Januar 2022, 18.00 Uhr, Treffpunkt vor der Volksbank in Hermannsburg

Kundgebung gegen Querdenker-Spaziergang in Hermannsburg

Am vergangenen Montag hat in Hermannsburg der erste „Spaziergang“ von Querdenkern stattgefunden. Lassen wir sie nicht einfach gewähren! Setzen wir ein Zeichen! Kommen Sie am Montag, dem 24. Januar 2022, um 18.00 Uhr, zu unserer Kundgebung. Treffpunkt ist vor der Volksbank Hermannsburg, an der Kreuzung „Lotharstraße / Billingstraße“. Die Veranstaltung ist beim Landkreis angemeldet worden. Sie wird getragen von einer Allianz Hermannsburger Bürgerinnen und Bürgern, die kein Verständnis hat für das unsolidarische Verhalten der Corona-Protestbewegung. Wir haben uns impfen lassen, um uns und andere zu schützen. Wir halten Abstand, tragen Masken und vermeiden unnötige Risiken.


Banner, Transparente und Schilder dürfen zur Kundgebung mitgebracht werden. Wichtig ist, dass wir nicht mit den „Querdenkern“ verwechselt werden. Deshalb sollten die Texte auf den Transparenten eindeutig sein. Es können auch Laternen, Knicklichter oder andere Lichter mitgebracht werden.


Im Namen der Aktion Haltung zeigen!

Johanna Ottermann

johannaottermann@hotmail.com


Aktion Haltung zeigen!

Eine Initiative Hermannsburger Bürgerinnen und Bürger gegen das unsolidarische Verhalten der Corona-Protestbewegung




Samstag, 25. September 2021, 14.00 Uhr, in Eschede

Demo vorm NPD-Zentrum gegen rechtsextremes Erntefest

Treffpunkt am Escheder Bahnhof.

Schon seit Jahren finden auf dem Hof des NPD-Aktivisten Joachim Nahtz große Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als „Brauchtumsfeiern“. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Brauchtumsfeiern“ alles andere als harmlos.

Vor zwei Jahren hat die NPD Niedersachsens den Hof gekauft. Die Treffen auf dem Hof haben dadurch eine neue Qualität erhalten. Das ist für uns ein Grund mehr, unsere Demonstrationen nicht mehr an der Hermannsburger Straße (L281) durchzuführen. Das ist immerhin noch 1,7 km vom Hof entfernt. Jetzt stehen wir bis auf 150 Meter direkt vorm Hof. Das hat uns keine Behörde erlaubt, sondern das haben wir durch eine Klage vorm Verwaltungsgericht erreicht.

Die Besucher auf dem NPD-Hof sind eben nicht die netten Jungs von nebenan. Es sind Hardcore-Nazis. Sie gehören zum harten Kern der extremen Rechten in Norddeutschland. Deshalb protestieren wir jedes Mal, wenn Rechtsextreme dort zusammenkommen, vor allem gegen die menschenverachtende Ideologie der extremen Rechten.

Unsere Demonstrationen gegen die Treffen auf dem NPD-Hof Nahtz werden von einer politisch breit aufgestellten, vielfältigen, aber entschlossenen Allianz getragen werden. Zu diesem breiten Spektrum gehören Gewerkschafter und Kirchenleute, Angehörige verschiedenster Parteien, Initiativgruppen gegen Rechtsextremismus, auch „Omas gegen Rechts“ und Leute aus dem „Bunten Haus“ Celle. Wir repräsentieren auf unseren Demos eine große Spannweite der Gesellschaft. Die Behauptung "gegen Rechte demonstrieren ja nur Linke“ ist reine NPD-Propaganda. Die Rechtsextremen versuchen mit diesem Argument darüber hinwegzutäuschen, dass die überwiegende Mehrheit unserer Gesellschaft rechtsextremes Gedankengut deutlich ablehnt.


Route

  • Unser Demonstrationszug führt vom Escheder Bahnhof zur Kreuzung "Zum Finkenberg / Am Dornbusch" auf der Hermannsburger Straße. Dort findet eine Zwischenkundgebung statt.
  • Weiter geht’s auf dem Feldweg "Zum Finkenberg" bis zur NPD-Hofstelle. In Sicht- und Hörweite werden wir dort unseren Protest und Unmut äußern, wo er auch hingehört.
  • Anschließend geht es zurück zum Bahnhof. Dort endet unsere Demo.


Ansprachen

  • Jürgen Uebel (Bad Nenndorf ist bunt / Bündnis gegen Rechtsextremismus e.V.)
  • Wilfried Manneke (Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus)
  • Dirk Garvels (Deutscher Gewerkschaftsbund / Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus)

Freitag, 28. August 2021, ab 15.00 Uhr vor dem Bürgerhaus in Unterlüß

Mahnwache gegen AFD-Veranstaltung in Unterlüß

Am Freitagnachmittag will die AFD im Bürgerhaus in Unterlüß eine Veranstaltung durchführen. Eigentlich sollte diese AFD-Veranstaltung ursprünglich in Uelzen stattfinden. Dort hat die AFD aber keinen Raum bekommen. Außerdem waren in Uelzen Proteste angekündigt worden. So hat sich die AFD schließlich für das Bürgerhaus in Unterlüß entschieden.


Aber auch in Unterlüß wird es Proteste geben. Die Initiativen "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" und "Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus“ haben für Freitagnachmittag eine Mahnwache angemeldet. Sie beginnt um 15.00 Uhr vorm Bürgerhaus in Unterlüß, an der Ecke Hermannsburger Straße / Waldstraße.

Mit radikalen Forderungen wie einem EU-Austritt Deutschlands und einer komplett anderen Corona-Politik zieht die AfD in den Bundestagswahlkampf. Auch in der Flüchtlingspolitik verschärft sich weiter ihr Kurs. Entwickelt sich die AFD immer mehr zur "neuen NPD“?

Bei der Kommunalwahl im thüringischen Wartburgkreis rief die NPD zur Unterstützung der AFD auf und verzichtete „im Sinne der patriotischen Kräftebündelung" auf eigene Kandidaten. Der Parteitag der AFD in Dresden habe deutlich gezeigt, dass sich die Partei programmatisch der NPD immer weiter annähere und in einigen wesentlichen Punkten kaum mehr von der NPD unterscheide, heißt es auf der Facebook-Seite des NPD-Kreisverbandes.

Drei Gründe, warum wir uns der "Alternative für Deutschland“ (AFD) in den Weg stellen:

1. Hetze gegen Geflüchtete

Die Alternative für Deutschland hetzt derzeit vor allem gegen Geflüchtete. Gezielt stellt sie dabei Zuwanderung und Flucht als gesteuerte und von Regierung, Opposition und Medien geförderte Bedrohung für Menschen, Land und Kultur dar. Sie verbreitet nationalistische, völkische Hetze und organisiert soziale Unzufriedenheit.

2. Gegen Demokratie und Teilhabe
Die AfD gibt vor, für Teilhabe und Demokratie zu kämpfen, weil sie für Volksentscheide ist. Tatsächlich will die AfD genau die Elemente der Demokratie schwächen oder abschaffen, die für die Interessenvertretung von Opposition und Minderheiten wichtig sind. Sie will dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Landeszentralen für politische Bildung, genauso wie Stiftungen oder Projekten gegen Diskriminierung und Nazis die Mittel entziehen.

3. Sexistisches Familienbild
Die AfD behauptet, dass sie sich für Familien einsetzt. Gemeint sind damit Vater-Mutter-Kind-Familien und darin vor allem die Männer. Damit schließt sie einen riesigen Teil der Gesellschaft aus.

Unsere Alternative heißt: Solidarität.

Wir wollen eine Welt, in der alle ohne Angst verschieden sein können, in der Kindern ohne Furcht oder Hass aufwachsen und in der alle die gleichen Rechte haben und die gesellschaftliche Unterstützung erfahren, die sie brauchen.

Wir trauern um

Esther Bejarano

Esther Bejarano überlebte Auschwitz und das KZ Ravensbrück, weil sie im Mädchenorchester spielte. Bis kurz vor ihrem Tod erzählte sie jungen Menschen von den Nazi-Verbrechen – und fürchtete mehr denn je eine Wiederkehr des Schreckens.
 
Zweimal ist Esther Bejarano gemeinsam mit der Rapgruppe „Microphone Mafia“ auch in Celle aufgetreten, und war 2010 und 2014. Der damalige Celle Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende war Schirmherr. Ihren geplanten dritten Auftritt am 30. Juni 2021 in der CD-Kaserne Celle musste Esther Bejarano aus gesundheitlichen Gründen absagen.
 
Am 10. Juli 2021 ist Esther Bejarano im Alter von 96 Jahren in Hamburg verstorben. Eine engagierte, wichtige und laute Stimme gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus ist verstummt.

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Sonntag, 8. August 2021, 18.00 Uhr

Mein Leben als Jüdin in Deutschland

Vortrag von Klara Sophie Kohn im "Evangelischen Bildungszentrum Hermannsburg"

An vielen Orten in Deutschland steht in diesem Jahr der Israel-Sonntag, der 8. August, im Zeichen von „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“. Auch wenn es in Hermannsburg keine jüdische Gemeinde gibt, so wollen wir als Christen doch auch hier Anteil nehmen an diesem jüdischen Festjahr und – trotz Corona – mit einer Zusammenkunft ein Zeichen der Verbundenheit und Solidarität geben. Als Gesprächspartnerin haben wir mit Klara Sophie Kohn, eine Vertreterin der jungen Generation in der „Liberalen Jüdischen Gemeinde“ in Hannover eingeladen, die bereit ist, uns Einblick in ihre Erfahrungen als junge Jüdin zu geben und auf unsere Fragen einzugehen. In einem Interview in der „Evangelischen Zeitung“ vom 21. März wurde sie bereits vorgestellt und hatte dadurch unsere Aufmerksamkeit gefunden. Zu ihrem Vortrag „Mein Leben als Jüdin in Deutschland“ und einem anschließenden Gespräch wird am Sonntag, 8.August, um 18.00 Uhr in das Ev. Bildungszentrum eingeladen. Die Teilnehmerzahl ist bei Beachtung der Corona-Vorschriften auf 50 begrenzt. Unterstützt wird der Abend dankenswerterweise vom Evangelischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM) und vom Evangelischen Bildungszentrum Hermannsburg (EBH)

Veranstalter: Arbeitskreis Christen und Juden in Hermannburg

  • Begrüßung: Dr. Albrecht Schack
  • Moderation: Wilfried Manneke
  • Evang. Bildungszentrum Hermannsburg, 29320 Hermannsburg

Bild: Anna Jander

Nie wieder Krieg,
nie wieder Faschismus!

Demo am Samstag, dem 8. Mai 2021, in Eschede. Treffpunkt: 14.00 Uhr, an der Kreuzung: Hermannsburger Straße / Zum Finkenberg.


Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa durch die Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Sechs Jahre Krieg und mehr als 60 Millionen Tote: Als am 8. Mai 1945 um 23.01 Uhr die Gesamtkapitulation in Kraft trat, endete die nationalsozialistische Terrorherrschaft endgültig. Deshalb wird der 8. Mai auch "Tag der Befreiung vom NS-Regime" bezeichnet.

Bis heute bemühen sich Rechtsextreme, den 8. Mai zu vereinnahmen. Bereits seit den 1950er Jahren versuchen sie, den Nationalsozialismus zu rehabilitieren, indem sie die kriegstreibende, kriegsauslösende und Krieg führende Politik des NS-Regimes bestreiten oder relativieren. Sie leugnen die Schuld der Regierung Adolf Hitlers am Zweiten Weltkrieg. Die Zeit des Nationalsozialismus wird dagegen als “tugendhafter und ehrenvoller Zeitabschnitt” dargestellt. Versuche, die deutsche Kriegsschuld zu relativieren, finden auch in der Neuen Rechten Zustimmung.

Am Tag der Befreiung vom NS - Regime führen wir in Eschede eine Demo durch. Sie beginnt am 8. Mai 2021, um 14.00 Uhr, am altbekannten Treffpunkt "Am Schweinestall“ (Kreuzung: Hermannsburger Straße - L281 - Im Dornbusch / Zum Finkenberg). Von dort aus gehen wir zum Hof Nahtz, dem Zentrum der verfassungsfeindlichen und den Nationalsozialismus verherrlichenden NPD. Wir erinnern an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs mit seinen über 60 Millionen Toten. Wir erinnern an Millionen Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und Andersdenkende, die wegen der menschenverachtenden und faschistischen Ideologie des NS-Regime verfolgt und ermordet wurden.

Redner*innen:

  • Wilfried Manneke (Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus)
  • Diana Gring (Gedenkstätte Bergen-Belsen)
  • Enno Stünkel (Celler Netzwerk gegen Antisemitismus)
  • Kirsten Lühmann (Mitglied des Deutschen Bundestages)



Jahrestag der Ermordung von Arkan Hussein Khalaf


Am 7. April 2021 jährt sich der Todestag des êzîdischen Jugendlichen Arkan Hussein Khalaf zum ersten Mal. Wir, die Initiative „In Gedenken an Arkan“, in der sich unterschiedliche Gruppen und Einzelpersonen aus Celle organisieren, rufen zur Beteiligung am (dezentralen) Gedenken auf.

Zum Jahrestag der Ermordung am 7. April ist um 16:30 Uhr im Celler Triftpark eine Gedenkveranstaltung mit Demonstration geplant. Bitte Blumen oder Kerzen mitbringen!

Mit möglichst vielen Menschen aus der Celler Stadtgesellschaft wollen wir der Familie und den Freund_innen von Arkan unsere Anteilnahme ausdrücken, für die Hintergründe solcher Gewalttaten – wie Rassismus und Diskriminierung – sensibilisieren und einen langfristigen Ort des Gedenkens an Arkan schaffen. Aufgrund der aktuellen Situation rufen wir außerdem zu vielfältigen dezentralen Aktionen an anderen Orten auf, um Arkan zu gedenken.

Außerdem rufen wir am 7. April um 20 Uhr zu einem Twitterstorm unter dem #GerechtigkeitfürArkan auf.

Arkan Hussein Khalaf floh mit seiner Familie aufgrund des Genozids an den Êzîd*innen in Şengal, Nordirak, durch den sogenannten IS im Jahr 2014 nach Celle. Wenige Jahre später wurde er in Celle am 7. April 2020 von einem Mann mit einem Messer getötet. Diese brutale Gewalttat ereignete sich kurz nach den rassistischen Morden in Hanau. Für die in Celle lebenden Êzîd_innen ist mit der Tat die schreckliche Erkenntnis verbunden, auch in Deutschland nicht sicher vor tödlicher Gewalt zu sein.
„Wir sind über das Wasser gekommen und hier im Blut ertrunken.“ (Halime Hussein Khalaf) - Die Worte von Arkans ältester Schwester.

Alle Aktivitäten finden mit Rücksicht auf coronabedingte Hygiene- und Abstandsmaßnahmen statt.

Bei Fragen erreicht ihr uns unter folgender Email Adresse: ArkanGedenken@riseup.net

Initiative „In Gedenken an Arkan“

Anhang:
Im Anhang findet ihr einen Aufruf, sowie ein SharePic für den Twitterstorm. Siehe unten!

Wir haben auch ein Banner vorbereitet, welches in allen Städten gedruckt/abgemalt und öffentlich gezeigt werden kann. Das Banner ist 2x1m, die Druckvorlage enthält je 3mm Abschnitt auf allen Seiten und hat 300dpi. Unter folgendem Link könnt ihr bis 3. April die Druckvorlage für das Banner (als .pdf und .png) herunterladen: https://we.tl/t-OpyHkOsB9d

Rückblick auf die Demo am 19. Juni 2021 in Eschede

Persönlicher Bericht
über die Eskalation
vorm NPD-Hof


Bei 33 °C in brütender Hitze kam nach 1,7 km Fußmarsch der Demonstrationszug zum Halt vor Hof Nahtz. Da standen wir dann erst mal im Staub, vom Zaun zum NPD-Zentrum durch eine Reihe Polizisten in voller Montur getrennt. Hinter dem Zaun grinsend und den Polizeischutz genießend ein verurteilter Rechtsterrorist, ein NPD-Fotograf, der Landesvorsitzende der NPD Niedersachsens und die ehemaligen Hofbesitzer.
 
Die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen hatte versprochen, dass keine Gewalt von ihr ausgehen würde. Aber Mitglieder anderer Antifaschistischer Gruppen hielten sich nicht an die Absprache. Sie hatten sich doch etwas überlegt, und zwar mit einer Wasserpistole über den Zaun die „Nazis“ mit Wasser zu bespritzen. Symbolhaft. Ist ja an sich auch harmlos.
 
Leider war das Missverständnis vorprogrammiert: die Polizisten wurden überrascht und deuteten dies als Ansatz, den Zaun zu überklettern. Sie setzten Pfefferspray gegen die Antifa-Demonstranten ein, die sich dann wehrten. Die Rangelei währte nur kurz. Bald stand man sich wieder friedlich gegenüber, bis der Zug nach einer Weile wendete und den Rückweg antrat.
 
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Dies ist mein sehr persönlicher Bericht. Ich arbeite mit im „Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“. Nennt mich OmaGegenRechts, das passt zu meinem Alter, meinem Kleid und meinem Strohhut. Meinen Namen nenne ich hier nicht. Die Rechten machen keinen Spaß, wenn jemand sich gegen sie wendet. Und: klar mache ich weiter, bei der nächsten Demo bin ich dabei. „Ich bin auch antifa... :-)“ Das T-Shirt ist Programm!

Kunstaktion gegen den NPD-Hof in Eschede

Samstag, 10. Juli 2021, 11.00 Uhr, Eschede, an der Abbiegung zum NPD-Hof Nahtz, an der L 281, Kreuzung „Zum Finkenberg / Am Dornbusch“ 

HIER NICHT

Unser Protest gegen das Treiben auf dem NPD-Hof in Eschede wird immer phantasievoller. Diesmal erhalten wir Unterstützung von Künstler*innen aus Hamburg. Wir laden ein, am Samstag, dem 10. Juli 2021, um 11.00 Uhr, nach Eschede zu kommen. An der Abbiegung zum NPD-Hof Nahtz, an der L 281, Kreuzung „Zum Finkenberg / Am Dornbusch“ präsentieren Künstler*innen aus Hamburg ihre Kunstaktion: HIER NICHT

Lavanya Honeyseeda / Gesang
Janosch Pangritz / Schlagzeug

Zum Projekt:
Die Kunstinstallation von Uwe Schloen, eine große Bleiplatte mit dem Schriftzug HIER NICHT, aufgestellt in Eschede neben dem "Schweinestall", bietet Anlass, sich mit dem Wirken der rechtsradikalen Szene ins Verhältniss zu setzen. Dazu der Künstler: „HIER NICHT - Durch die Aussparung dessen, was hier nicht passiert, bleibt ein Freiraum, der gefüllt werden kann. Es steht aber auch eine Verweigerungshaltung dahinter. Nicht mitmachen, man behält sich eine eigene Meinung vor. Hier wird selbst gedacht.“ www.uwe-schloen.de

Diese Arbeit von Uwe Schloen stand bisher vor der Hamburger Hauptkirche St. Petri. Anlass der Aufstellung war das Gedenken an Dietrich Bonhoeffers Ermordung vor 75 Jahren. Dazu der Film: https://www.youtube.com/watch?v=esnFtRTbBU0

Veranstalter:
Axel Richter, Leitung KunstHaus am Schüberg / Ev.-Luth Kirchenkreis Hamburg- Ost
http://www.haus-am-schueberg.de/bildungszentrum/kunsthaus/

NPD-Zentrum in Eschede schließen!

Demo gegen rechtsextreme Sonnwendfeier am Samstag, dem 19. Juni 2021, ab 13.00 Uhr Bahnhof Eschede.

Immer wieder finden auf dem NPD-Hof in Eschede Neonazi-Treffen statt. Besonders die „Sonnwendfeiern“ und das „Erntefest“ haben schon eine lange Tradition. Die Neonazis bezeichnen diese Feste als Brauchtumsfeiern. Ihr eigentliches Ziel ist es aber, auf diesen Zusammenkünften der norddeutschen Neonazi-Szene Kontakte zu pflegen, Termine abzusprechen und neue Aktionen vorzubereiten. Somit sind diese „Sonnwendfeiern“ alles anderes als harmlos. Deshalb protestieren wir auch heftig gegen diese Treffen. Wegzuschauen wäre das völlig falsche Signal. Dort, wo Neonazis ungestört handeln können, machen sie sich breit. Ihre Szene verfestigt sich und sie nutzen die Gelegenheit, besonders junge Leute in ihre Kreise zu ziehen. Wir fordern daher, dass NPD-Zentrum in Eschede zu schließen. Die Situation ist für die Menschen in Eschede und Umgebung unerträglich. Es muss gehandelt werden!

In einem Offenen Brief wenden wir uns an Innenminister Pistorius mit der Forderung, das NPD-Zentrum in Eschede zu schließen! Unsere Forderung ist schon von 40.000 Personen unterschrieben worden. Die Petition kann auch jetzt noch unterschrieben werden. Neben unserer Aktion auf change.org/npd-zentrum-eschede sind auch Unterschriftenlisten im Umlauf. Unser Widerstand wird anhalten und wachsen bis zu einem Verbot der rechtsextremen Aktivitäten auf dem Hof. Das NPD-Zentrum in Eschede muss geschlossen werden!

Redner*innen auf der Demo am 19. Juni 2021 in Eschede:

·      Dr. Stephanie Springer (Präsidentin Landeskirchenamt Hannover)
·      Johanna Ottermann (Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus)
·      Andreas Nolte (Landessprecher der VVN- BdA)
·      Olaf Meyer (Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen)
·      Vertreter*in der Initiative "In Gedenken an Arkan“

Haltung zeigen gegen rechte Gewalt und Antisemitismus

Benefizkonzert am 5. März, um 19.30, in der Marktkirche Hannover
zu Gunsten des "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" und MOBIT Mobile Beratung Thüringen - Für Demokratie gegen Rechtsextremismus.


Der Politiker Walter Lübcke wird ermordet, weil er für Flüchtlinge einsteht. In Halle wird eine Synagoge angegriffen. Journalisten und Politiker werden von Nazis bedroht....  Die Gewalt und der Hass gegen Menschen und die Bedrohung unserer Demokratie nehmen zu.

Die Marktkirche zeigt Haltung und veranstaltet gemeinsam mit dem Norddeutschen Figuralchor unter Jörg Straube und dem Mendelsohn Oktett Hannover ein Benefizkonzert, dessen Einnahmen an zwei Vereine in Ost und West gehen, die sich dieser Gewalt vor Ort entgegen stellen.

Unterstützt wird das Konzert von Bündnispartnern aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft wie der Kirche für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Omas gegen Rechts, dem niedersächsischen Flüchtlingsrat, dem Miso Netzwerk, Mobile Beratung Niedersachsen, dem Netzwerk Südheide, Bunt statt Braun, dem Friedensbüro Hannover, Seebrücke, Nachbarschaftshilfe Hannover Mitte und anderen.

Als Redner haben zugesagt:

  • Dr. Werner Hennig, CDU, Landrat des Eichsfeldes,
  • Romy Arnold, mobile Beratung Thüringen
  • Wilfried Manneke, Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus.

 

Programm:

James Mac Millan: O bone Jesu
Herbert Howells: Requiem
Norddeutscher Figuralchor

Mendelsohn: Oktett für Streicher    
Allegro molto e vivace, Andante, Scherzo (Allegro leggierissimo), Molto Allegro e Vivace
Mendelsohn Oktett Hannover
 
Mendelssohn: Verleih uns Frieden
Norddeutscher Figuralchor und Mendelsohn Oktett Hannover

Goethes Walpurgisnachtszene aus dem ersten Teil des Faust diente dem sechzehnjährigen Mendelssohn als Motto für das luftige Scherzo seines Oktetts. Mit 16 Jahren schrieb Felix Mendelssohn-Bartholdy ein Oktett für 8 Streichinstrumente, welches er seinem Freund und (erst 23 Jahre jungem) Geigenlehrer Eduard Ritz als Geburtstagsgeschenk widmete. Die erste Violine dominiert mit eleganter Virtuosität, man wird tatsächlich in die Welt der Walpurgisnacht und Shakespeares Sommernachtstraum versetzt. Das Oktett spielt auf Instrumenten, die denen der Mendelssohnzeit entsprechen in 430 Hz.

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Argumentationstraining gegen Stammtischparolen von Rechts

  • Samstag, 1. Februar 2020, 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
  • Volkshochschule Celle, Trift 17, Raum 3, 29221 Celle


Wir alle kennen das: In der Diskussion mit dem Arbeitskollegen, dem Gespräch mit der Tante oder beim Grillen mit dem Sportverein fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen. Später ärgern wir uns, denken, da hätten wir gerne den Mund aufgemacht, widersprochen, die rechten Parolen nicht einfach so stehen lassen. Hier wollen wir ansetzen und Menschen in die Lage versetzen, die Schrecksekunde zu überwinden, Position zu beziehen und deutlich zu machen: Das nehmen wir nicht länger hin!

Denn der Stammtisch ist überall: An der Kasse des Bio-Supermarktes, auf dem Spielplatz, in der Bahn oder in der Uni-Lerngruppe. Aber: Wir sind auch überall und wir können durch Widerspruch, deutliches Positionieren und engagierte Diskussionen ein Zeichen setzen, die Stimmung in unserem Umfeld beeinflussen und unentschlossenen Menschen ein Beispiel geben. Dazu wollen wir uns in Trainings mit Strategien beschäftigen, die uns ermöglichen, den Parolen der Rechtspopulisten und ihrer Anhänger Paroli zu bieten. Wir wollen gängige rechte Positionen untersuchen und wir wollen gemeinsam üben, das Wort zu ergreifen und für solidarische Alternativen zu streiten statt für Ausgrenzung und Rassismus. 

Eine Kooperationsveranstaltung der vhs mit dem Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus und Aufstehen gegen Rassismus.

Aufruf zur Demo gegen Rechtsextremismus

Samstag, 20. Juni 2020,
ab 13.00 Uhr am Bahnhof Eschede


Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, liebe Freunde!

Seit mindestens 25 Jahren treffen sich Rechtsextreme auf dem Hof Nahtz in Eschede. Wir wissen es aber erst seit 2007. Seitdem protestieren wir vehement gegen diese Zusammenkünfte, vor allem gegen die menschenverachtende Ideologie der extremen Rechten.

Verwaltungsgericht erlaubt Demonstranten, sich bis auf 150 Metern dem NPD-Hof zu nähern.

Bis vor kurzem demonstrierten wir auf der Hermannsburger Straße, an der Kreuzung ´Zum Finkenberg / Im Dornbusch´. Das ist noch 1,7 km vom Hof Nahtz entfernt. Unsere Anträge, näher vorm Hof protestieren zu können, wurden vom Landkreis Celle stets abgelehnt. Als im letzten Jahr bekannt wurde, dass die NPD den Hof gekauft hat, wandten wir uns schließlich an das Verwaltungsgericht Lüneburg. Unsere Klage hatte Erfolg. Seitdem dürfen wir uns dem Hof bis auf 150 Meter nähern.

Die NPD ist entsetzt über die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes. Hastig verhängte sie vor der nächsten Demo die Hofstelle mit Sichtschutzplanen. Sie feierte im September auf dem Hof ihr „braunes" Erntefest und wollte dabei nicht beobachtet werden.

Um zu verhindern, dass wir zu ihrer Winter-Sonnwendfeier im Dezember (2019) wieder vor dem Hof stehen, meldete die NPD kurzerhand einen Aufmarsch in Eschede an. Mit fünfzig Teilnehmern wollte sie mit Bengalos und einem Lautsprecherwagen durch Eschede ziehen. „Ihr braucht nicht zum Hof kommen, wir kommen nach Eschede“, war die Botschaft an uns. Am Ende nahmen nur sechs Rechtsextreme an dem NPD-Aufmarsch teil. Die sechs kamen aber nicht weit, denn 650 Gegendemonstranten blockierten die Straße. Frustriert mussten die Neonazis umkehren und zum Hof zurückkehren. Wir Gegendemonstranten folgten ihnen.

Vorsorglich hatte die NPD auf der Hofstelle wieder einen Sichtschutz aufgestellt. Der frühere Hofbesitzer, Joachim Nahtz, und andere NPDler standen auf Leitern hinterm Sichtschutz und schauten zu uns herüber. Es war ihnen anzusehen, dass sie nicht mit so vielen Gegendemonstranten gerechnet hatten. In Sicht- und Hörweite zum Hof führten wir schließlich unsere Kundgebung gegen Rechtsextremismus durch.

Am kommenden Samstag findet wieder eine Demo gegen Rechtsextremismus vor dem NPD-Hof statt.

Am kommenden Samstag, dem 20. Juni 2020, werden wir wieder vor dem Hof stehen, wenn dort Rechtsextreme zu ihrer Sommer-Sonnwendfeier zusammenkommen. Und wieder versucht die NPD mit aller Macht, unsere Kundgebung vor dem Hof zu verhindern. Das ist der Grund, warum sie für den Tag ihrer Sonnwendfeier erneut einen Aufmarsch in Eschede angemeldet hat. Wiederum ist ihre Hoffnung, dass sie uns so davon abhalten zu kann, zum Hof zu gehen.

Wir aber sind entscheiden, auch am 20. Juni vor den Hof zu ziehen. Der NPD-Hof darf auf keinen Fall ein Refugium für Neonazis werden. Rechtsextreme treten mit Füßen, was für uns einen hohen Wert hat: Die Unverletzbarkeit der Menschenwürde, die Garantie der Menschenrechte, die Gleichberechtigung aller Menschen, ihre Gleichstellung und Gleichbehandlung.

Halbherzigkeit und Stille müssen endlich aufhören.

Der Mord an Walter Lübcke, der Anschlag in Halle und das Massaker in Hanau müssen ein Wendepunkt sein. Rechtsextreme haben nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie ihren Worten auch Taten folgen lassen. Deshalb müssen wir, wo immer Rechtsextreme auftauchen, klar hinsehen, klar reden und klar handeln. Wir können uns nicht vornehm heraushalten. Wir müssen Stellung beziehen, denn der Rechtsextremismus widerspricht fundamental den Grundsätzen der Demokratie und der Menschenrechte.

Artikel 1 -  Alle Menschen sind frei und gleich geboren.
Artikel 2 - Jeder Mensch hat Anspruch auf dieselben Menschenrechte ohne jede Diskriminierung.
Artikel 3 - Jeder Mensch hat das Menschenrecht auf Leben, Freiheit, und Sicherheit.

Mit freundlichen Grüßen,
Wilfried Manneke

Herzliche Einladung zur Teilnahme an der 9. Vollversammlung der Initiative ´Kirche für Demokratie - gegen Rechtsextremismus´
in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers (IKDR)

Antisemitismus heute -

Erfahrungen, Einordnung und Anfragen an die Evangelische Kirche

  • Freitag, 7. Februar 2020, 14.30 Uhr
  • Haus kirchlicher Dienste, Archivstraße 3, 30169 Hannover


1. Referent: Konstantin B. Seidler

Er ist Dipl. Sozialwissenschaftler und seit über 10 Jahren Referent für politische Bildung mit dem Schwerpunkt „Antisemitismus damals und heute“ sowie Lehrbeauftragter an der Hochschule Hannover. Er ist aktives Mitglied der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover und engagiert sich hier besonders im inter-religiösen und inter-kulturellen Dialog sowie im Bereich der Empowerment-Arbeit für junge jüdische Erwachsene. Der Vortrag zeigt auf, wie heutiges jüdisches Leben in Deutschland aussieht und mit welchen Erfahrungen Jüdinnen und Juden konfrontiert sind. Es werden anhand von Erfahrungsberichten die verschiedenen Ausdrucksformen des heutigen Antisemitismus verdeutlicht, um die Wahrnehmung und das Erkennen von Antisemitismus zu fördern. Dies ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Antisemitismus, welche ebenso im Vortrag aufgezeigt werden.

2. Referent: Dr. Christian Staffa

Er ist Antisemitismusbeauftragter der EKD seit Oktober 2019, Studienleiter an der Evangelischen Akademie zu Berlin, Mitbegründer der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus und des Netzwerkes antisemitismus- und rassis-muskritische Religionspädagogik und Theologie. Im Vortrag zeigt er auf, wie sich die kirchliche Tradition zu Unrecht antijüdisch po-sitioniert hat, denn nicht nur war und bleibt Jesus Jude, sondern die ganze Schrift oder die Schriften sind nicht vom Judentum und der bedingungslosen Angewiesen-heit auf das Judentum damals und heute zu trennen. Der Nährboden des Antise-mitismus ist auch das christliche Selbstbild, das mit den eigenen Defiziten und Schuldgefühlen nicht umzugehen weiß. Der Vortrag wird diese These ausdeuten und Ansätze zu einer Bearbeitung versuchen.

10. August 2021

Gegen das Vergessen

Gedenken an Peter Deutschmann am 10. August 2021 vor der Kirche in Eschede.


Am Montag, dem 10. August 2021, findet um 18.00 Uhr, an der Evangelischen Johanniskirche, Osterstraße, 29348 Eschede, eine Gedenkveranstaltung für Peter Deutschmann statt. Die Veranstaltung wird gestaltet von denen im "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus“ verbündeten Gruppen.

Am 9.8.1999 wurde Peter Deutschmann von zwei Neonazis in seiner Wohnung überfallen und so misshandelt, dass er am nächsten Tag an den Folgen verstarb. Das Landgericht Lüneburg verurteilte beide Täter wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu einer fünfjährigen Jugendstrafe.

Diese schreckliche Tat fand vor 21 Jahren statt. Wir wollen am 10. August 2020, um 18.00 Uhr, an Peter Deutschmann gedenken. Gleichzeitig wollen wir darauf aufmerksam machen, dass Neonazis immer noch Menschen bedrohen, verprügeln und töten. Seit der Wiedervereinigung 1990 wurden nach Angaben der Amadeu Antonio Stiftung in Deutschland 208 Menschen von Rechtsextremen umgebracht. Es gibt 13 weitere Verdachtsfälle. Die Opfer waren hauptsächlich Migranten, Obdachlose und politisch Andersdenkende. Sie wurden von Schlägern der extremen Rechten zu Tode geprügelt, erschlagen oder verbrannt. Das NSU-Trio hat zehn Menschen regelrecht hingerichtet. Hingerichtet wurde im Juni letzten Jahres auch Regierungspräsident Walter Lübcke aus Kassel. Auch der der Schock nach dem Terroranschlag in Halle sitzt immer noch tief. Am 9. Oktober hat ein Rechtsterrorist versucht, schwer bewaffnet in die Synagoge einzudringen. Als sein Plan misslang, erschoss er auf der Straße eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Imbiss.

  • Wir fordern, dass Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus als wirkliche Probleme erkannt und nicht kleingeredet werden.
  • Wir erwarten, dass Bürgerinnen und Bürger deutlich hinschauen, wenn sich menschenverachtendes Reden und Handeln breitmacht.
  • Wir alle sind aufgerufen, klare Kante zu zeigen, wenn Menschen in Worten oder Taten diskriminiert, herabgewürdigt oder bedroht werden.

Tannenberg -

ein  KZ-Arbeitslager in Altensothrieth / Unterlüß


Termin:

       26. Januar 2020, 19.30 Uhr (Holocaust-Gedenktag)

Ort:

       Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg, Harmsstraße 2, im Aira-Saal

Referenten:

       Wilfried Manneke
       Hendrik Altmann
       Peter Heine

Moderation:

       Peter Buttgereit


Als deutsche Truppen 1944 Ungarn besetzten, war Edith Balas, eine Jüdin, erst 14 Jahre alt. Edith und ihre Eltern wurden nach Auschwitz deportiert. Edith entging der Gaskammer nur, weil sie sich als 16-jährige ausgegeben hatte.  Somit galt Edith als arbeitsfähig. Mit anderen Frauen wurde sie in einen Viehwaggon gepfercht und in das „Tannenberglager“ gebracht. Auf ihrer Häftlingskleidung stand die Nummer 463.

Zwischen August 1944 und April 1945 existierte bei Altensothrieth – rund 4 km westlich von Unterlüß – ein Außenlager des KZ Bergen-Belsen, das sogenannte „Tannenberglager“. Es bestand aus mindestens sechs Baracken, in denen unter anderen die weiblichen jüdischen Häftlinge untergebracht waren, die insbesondere aus dem KZ Auschwitz kamen.

In den vorhandenen Zeitzeugenberichten wird neben der körperlich schweren Arbeit, mangelnder Ernährung, Krankheiten und Kälte, auch die rohe Behandlung durch das Wachpersonal beschrieben. Die Frauen schliefen auf Strohmatratzen. Zu essen gab es am Tag meist nur eine Suppe. Die Frauen arbeiteten  täglich mindestens 12 Stunden. Sie mussten unter anderem Straßen- und Gleisbauarbeiten verrichten – später wurden sie auch in der Rüstungsproduktion eingesetzt.

Kurz vor Kriegsende erfolgte die Räumung des Lagers. Man brachte die Frauen in das KZ Bergen-Belsen. Dort mussten die Frauen noch bis zum 15. April ausharren, dem Tag der Befreiung duch britische Truppen.

Die Zustände in Bergen-Belsen waren verheerend. Hunderte von Leichen lagen auf dem Boden. Typhus und Ruhr wüteten. Schon nach wenigen Tagen hatten sich die Häftlinge aus Unterlüß angesteckt, viele starben.

Trotz der heute noch auffindbaren Relikte geriet das Tannenberglager in Vergessenheit. Vor diesem Hintergrund stellt die Aufarbeitung der historischen Zusammenhänge aus heutiger Sicht eine geschichtsbewußte und zugleich inhaltlich anspruchsvolle Aufgabe dar.

Darum bemüht sich seit über zwei Jahren eine überparteiliche Gruppe in der Gemeinde Südheide, in Zusammenarbeit mit der Rheinmetall AG, die sich ebenfalls an der Aufarbeitung beteiligt. Auch die Gemeindeverwaltung Südheide unterstützt das Projekt. Ein Ziel  ist die Errichtung einer Gedenkstätte in Unterlüß,an der respektvoll an die Insassen der Unterlüßer Lager erinnert werden soll

Der Holocaust-Gedenktag 2020 greift das Thema „Tannenberg“ ebenfalls auf. Seit 1996 veranstaltet der SPD-Ortsverein Südheide (bis 2014 Hermannsburg) in Zusammenarbeit mit dem überparteilichen Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ Berlin, den Gedenktag in diesem Jahre zum 25. mal. Drei Referenten stehen zur Verfügung.

Wilfried Manneke, Pastor i. R., dem 2018 der Paul-Spiegel-Preis für Zivolcourage verliehen wurde, setzt  sich seit Jahren gegen Rechtsradikalität ein, tritt Neo-Nazis mutig entgegen. Edith Balas veröffentlichte 2010 das Buch „Vogel im Flug“, in dem sie auch ihre ca acht Monate Zwangsarbeit im „Tannenberglager“ schildert. Das Buch wurde 2013 ins Deutsche übersetzt und die Autorin schickte 4 Exemplare an die Gedenkstätte Bergen-Belsen, die eines davon auch an Wilfried Manneke weiterleitete. Er bedankte sich bei Edith Balas und erhielt nach dem Tod des Übersetzers die restlichen übersetzten Exemplare, die er verteilte. Pastor Manneke wird an das Schicksal von Edith Balas erinnern.

Hendrik Altmann, geb. 1987, Wirtschaftsjurist,Heimatforscher und ehrenamtlich Beauftragter für die archäologische Denkmalpflege wurde im Rahmen von Recherchen in historischen  Karten der Unterlüßer Umgebung auf das „Tannenberglager“ aufmerksam. Das Lager war im Maßstab 1:25.000 in einem Messtischblatt des britischen War Office verzeichnet. Nachdem er ermittelt hatte, dass sich dort ein KZ-Außenlager befunden hat, stellte er weitere Nachforschungen mittels Zeitzeugenberichten und in Archiven an. In seinem Blog „Found-Places-Heimatforschung im Raum Celle“ sowie in den lokalen und regionalen Medien berichtete er darüber.

Peter Heine wurde 1955 in Unterlüß geboren. Es gab dort einen „Lagerkomplex“. Eine Baracke weckte das Interesse von Peter Heine.Er wollte wissen,welche Funktion sie im Krieg hatte. So begann er im März 1995 mit Recherchen, die bis heute immer noch viele Fragen offen lassen.Die Nachforschungen beschränken sich in erster Linie auf ausländische Fremd- und Zwangsarbeiter, das Arbeitserziehungslager (AEL), auf das Säuglingsheim und auf die jüdischen Insassen des Tannenberglagers.

Rechtspopulismus - eine antidemokratische Versuchung


Vortrag  anlässlich des 10-jährigen Jubiläums
des "Netzwerkes Südheide gegen Rechtsextremismus"


  • Referent: Elvin Hülser vom Antikriegshaus in Sievershausen
  • Termin: Mittwoch, 15. Januar 2020, 19.30 Uhr
  • Ort: Evangelisches Bildungszentrum, Lutterweg 16, 29320 Hermannsburg


Populistische Bewegungen und Parteien erhalten in den letzten Jahren enormen Zulauf, sei es in verschiedenen Ländern Europas oder auch in den USA. Während Deutschland lange Zeit immun gegenüber populistischen Strömungen zu sein schien, zeugen die Erfolge der AfD bei Landtagswahlen, der Bundestagswahl und den Wahlen zum Europäischen Parlament, aber auch Phänomene wie die PEGIDA-Bewegung davon, dass insbesondere der Rechtspopulismus auch in Deutschland dabei ist, sich zu etablieren. In Polen und Ungarn machen sich autoritäre Regierungen an den Umbau demokratischer Institutionen und den Abbau liberaler Freiheiten, in vielen anderen Ländern Europas sind rechtspopulistische Parteien und Bewegungen an den Regierungen beteiligt oder zumindest eine einflussreiche politische Größe geworden.

Die einen sehen hierin eine akute Gefahr für die westlich-liberalen Demokratien, andere wiederum einen womöglich heilsamen Weckruf für die Demokratie. Die als Populisten bezeichneten selbst behaupten von sich, die wahren Vertreter ihres jeweiligen Volkes zu sein und als einzige deren Interessen wahrzunehmen.

Dieser Darstellung widerspricht Elvin Hülser, Referent für Friedensfragen des Antikriegshauses Sievershausen, in seinem Vortrag "Rechtspopulismus – eine antidemokratische Versuchung" entschieden.

Populistische Akteure nehmen für sich in Anspruch, im Namen des Volkes zu sprechen und zu handeln. Demokratische Aushandlungsprozesse, politische Kompromisse, Toleranz und Schutz von Minderheiten und Individuen im Rahmen eines gewaltenteilig organisierten Rechtsstaats sind in diesem Verständnis letztlich unnötig.

Die Absolutheit der eigenen (Vertretungs-)Ansprüche, die daraus folgende Verachtung für die Regeln und Ausgleichsmechanismen der Demokratie, die Missachtung rechtstaatlicher Prinzipien machen den Populismus zu einer antidemokratischen, autoritären Versuchung in Zeiten, in denen viele Menschen verunsichert sind.

Folgenden Fragen soll in der Veranstaltung u.a. nachgegangen werden: Was macht den Populismus aus, wodurch ist er gekennzeichnet? Was macht den Rechtspopulismus heute so attraktiv? Inwiefern stellt er eine Versuchung in Zeiten der Verunsicherung dar – und woher rührt diese Verunsicherung und Unzufriedenheit in immer größeren Teilen der Bevölkerung? Warum stellt der Populismus eine Gefährdung der Demokratie dar und warum lohnt es sich überhaupt, diese zu verteidigen?

Elvin Hülser, Geschäftsführer und Referent für Friedensfragen des Antikriegshauses im Friedens- und Nagelkreuzzentrum Sievershausen. Arbeitsschwerpunkte sind Themen der Friedens- und Sicherheitspolitik, der zivilen Konfliktbearbeitung sowie Demokratieförderung und die Auseinandersetzung mit Populismus, Extremismus und Fundamentalismus.
Das Antikriegshaus ist einer der Begegnungsorte des Friedens innerhalb der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers im Rahmen des Prozesses „Kirche des gerechten Friedens werden“.